Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 326)
- Language
- German
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dom Gerechten und Hillel zusammenfällt. Wenn wir bei den chronologischen Beweisen Krochmals etwas länger verweilen mussten, so werden sich die von ihm als Nr. 1 und 2 gebrachten Beweise um so schneller erledigen. Beweis N1*. 1 stützt sich auf den griechischen Namen des Antigonos von Socho und meint, ein Schüler Simons I, der doch erst um den Beginn der Griechenzeit geboren worden sei, könne damals noch keinen griechischen Namen erhalten haben. Um diesen Beweis zu widerlegen ist es nicht nötig zu betonen, dass, wie wir weiter sehen werden. Simon der Gerechte wahrscheinlich noch unter dem zweiten Ptolemäus lebte, also 50 Jahre seit Alexander, in welcher Zeit unter griechischer Oberherrschaft sich längst griechische Namen hatten einbürgern können. Es genügt die Erinnerung daran, dass lange vor der Zertrümmerung des Perserreichs die Küstenstädte Palästinas zum grossen Teil von Griechen bewohnt waren und dass schon zur Zeit des ersten Tempels Beziehungen zu den Griechen beim Propheten Joel erwähnt werden (4, 6: ״Und die Söhne Judas und die Söhne Jerusalems habt ihr den Söhnen der Griechen verkauft, um sie von ihrem Gebiete zu entfernen“). Wie Krochmal selbst diesen seinen ersten Beweis ernst nehmen konnte, ist unverständlich. Wenn man an die griechischen Küstenstädte Palästinas nicht denkt, wie lassen sich die kleinasiatischen Griechen vergessen, mit welchen die Bewohner Palästinas sicher lange vor Alexander Verbindungen hatten? Es bleibt für unsere Besprechung der zweite Beweis Krochmals übrig. Es erscheint ihm als unlösbare Schwierigkeit, dass zur Zeit des Abfalls zum Hellenismus vor und während der Kämpfe mit Antiochus Epiphanes der Name der Sadduzäer nicht erscheint, dass dieser erst unter dem Makkabäer Simon und noch mehr unter Johann Hyrkan erwähnt wird. Krochmal bemerkt nun: ״Wir wissen, dass die Sekten der Sadduzäer und Boethosäer zur Zeit des Antigonos von Socho entstanden sind (התחילו לצמוח). Wäre dieses bei Beginn der Griechenherrschaft gewesen, so hätte es in der Natur der Sache gelegen, dass sie in den Zeiten der Religionsverfolgungen 145 bis 170 aer. Seleuc. als grosse und vielgenannte Sekten in den Vordergrund getreten wären“. Da dieses nicht der Fall war, so wird weiter geschlossen, kann Antigonos nicht Schüler Simons I. gewesen sein, wir müssen ihn für einen Schüler Simons II. halten, der erst kurz vor den Unruhen blühte.