Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 321)
- Language
- German
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249 leicht fertig, und wir haben wohl nicht mehr nötig, den uns verschwiegenen Beweisen nachzuspüren. Kroehmal bringt seinen wuchtigsten Beweis, der in der Tat geeignet ist, auf den Leser grossen Eindruck zu machen, an vierter Stelle. Wir wollen seine Worte zu diesem Beweise möglichst genau übersetzen. ״Hillel hat nach Sabbath 15 sein Patriarchat keinesfalls vor dem 280. Jahre der Seleucidenära angetreten, ״Hillel, Simon, Gamliel und Simon waren im letzten Jahrhundert des Tempels Patriarchen“. 380 der Seleucidenära wurde bekanntlich der Tempel zerstört. Nun waren, wenn wir Simon und Antigonos als ein Geschlecht betrachten, von Simon dem Gerechten bis Hillel nur 5 Geschlechter der ״Paare“. Wenn wir nun für jedes Geschlecht 36 Jahre rechnen, die grösstraögliche Zahl bei der direkten Aufeinanderfolge von Geschlechtern, da wo es sich nicht um die Succession von Vätern und Söhnen handelt, ergeben sich uns insgesamt 180 Jahre. Ziehen wir 180 von 280 ab, so bleibt uns als früheste Zeit für das Auftreten Simons das Jahr 100 der Seleuciden und das stimmt genau mit der Zeit Simons des Zweiten“. Frankel, der in seiner Hodegetik ähnliche Deduktionen zu anderen Zwecken herbeibringt, findet es weniger auffallend, dass man sowohl Antigonos aus Socho, als Jose ben Joeser, der nach Bereschit Rabba 65 durch Alkimos im Jahre 151/152 der Seleuciden ermordet wurde, 50 Jahre Amtsdauer geben müsste, als dass vom Todesjahre Jose ben Joesers 151/152, bis zum Regierungsantritt Hilleis 280 aer. Sei., in 130 Jahren also, nur drei Gelehrtenpaare genannt werden, von denen im Durchschnitt jedem mehr als 40 Jahre gegeben werden müssten. ״Um nun in diesem engen und tiefdunklen Pfad Licht zu finden“, meint Frankel, sei im ersten Kapitel des Traktats Aboth mit dem קבלו, dem Uehernehmen der Späteren voti den Früheren, nicht das Thorastudium, sondern die Fürstenwürde, das Patriarchat, gemeint. Selbst wenn es einige Zeit hindurch keinen Nassi oder Patriarchen gegeben, so sei doch der Ausdruck ״ קבלer hat übernommen“ anzuwenden, denn die Würde sei von dem Vorgänger auf den Nachfolger gekommen, sobald es in der Zwischenzeit keinen anderen Patriarchen gab. Es ist kaum zu verstehen, wie sowohl Frankel als auch Kroehmal es über sich gewinnen konnten, die Absicht des ersten Kapitels von Aboth dahin zu deuten, dass die Mischna statt einer