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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 320

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 320)
Language
German
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248 Schlagen wir in den angesehensten modernen jüdischen Werken über diesen Teil unserer Geschichte nach, um nur Krochmal, Zunz, Jost, Herzfeld, Derenbourg, Cassel, Weiss zu nennen, lesen wir die Geschichtsdarstellungen für Schule und Haus, so sind wir erstaunt, dass man in Simon dem Gerechten nicht den Zeitgenossen Alexanders und des ersten Ptolemäers, sondern seinen hundert Jahre später im Hohepriesteramt stehenden Enkel, der dieselben Eigennamen wie der Grossvater führt, Simon, Sohn Jochanans (griech. Sohn des Onias), erkennen will. Grätz, auf den sonst so gern gehört wird, steht fast allein mit seiner Be־ hauptung, dass dem Grossvater Simon und nicht dem Enkel der Ehrenname des Gerechten zukomme. Auch die diesen Zeitraum behandelnden nichtjüdischen Historiker sehen erst in dem Enkel zu unserer Verwunderung Simon den Gerechten. Es müssen doch wohl erdrückende Beweise sein, die gegen Talmud und Josephus einen sonst unbekannten Mann mit dem so überaus seltenen Ruhmestitel des Gerechten schmücken? Der Veranlasser der Rückdatierung Simons des Gerechten um mehr als hundert Jahre ist der in Lemberg 1840 verstorbene Gelehrte Nachman Kroch m al, der in seinem More Nebuche ha seman 11,6 mit vier Beweispunkten seine Ansicht erhärtet. Andere haben wohl noch das eine oder andere zu den Beweisen hinzuffigen wollen; doch in der Hauptsache folgt man dem scheinbaren Gewichte der Beweise Krochmals. J. Halevy hat das Wesenlose dieser Beweise mit gewohnter Meisterschaft so klar gelegt, dass es erstaunlich erscheint, wrieso 60 Jahre nach dem ersten Erscheinen des ״Führers der Irrenden unserer Zeit״ vergehen konnten, ehe bezüglich Simons des Gerechten die von Krochmal in die Irre Geführten wieder auf den rechten Weg gebracht wurden. Die Beweise Krocbmals. Krochmal will viele Beweise dafür haben, dass sich die Lobeserhebungen für Simon d. Gerechten und ebenso die Bemerkung der Mischna Aboth I, 2, dass Simon der Gerechte zu den letzten Männern der Grossen Synagoge gehörte, auf den zweiten Simon ben Jochanan beziehen, beschränkt sich jedoch darauf, die vier Beweise zu nennen, die er für die kräftigsten hält. Mit den Beweisen, die Krochmal bekannt gibt, wird Halevy sehr

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