Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 317)
- Language
- German
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Simon der Gerechte. Eine Richtigstellung nach Halevys Doroth Harischonim. Von Rabbiner Dr. J. Bondi in Mainz. Der Uebergang von der persischen zur griechischen Herrschaft war für die Juden in Palästina weit bedeutungsvoller als man gemeinhin annimmt. Die veränderte politische Lage glaubt man genügend gekennzeichnet zu haben, wenn man darauf hinweist, dass das Grenzland zwischen dem Syrien der Seieuciden und dem Aegypten der Ptolemäer für beide Reiche Zankapfel wurde, und vergisst dabei der verlorenen Vorteile, welche aus der Vereinigung Assyrien- Babyloniens mit Aegypten im Perserreich dem Lande der Juden erwachsen waren. Das kleine Land, das vor dem Exil ein vielbegehrter Kampfpreis der orientalischen Vormächte war, sank zu seinem Glücke als Teilchen des weite Bezirke umschliessenden, gewaltigen Perserreichs beinahe zu militärischer und politischer Bedeutungslosigkeit herab. Die Vermutung wird nämlich fast zur Gewissheit, dass in dem der Krone der Achaemeniden gehörenden Palästina nach Konsolidierung der inneren Verhältnisse länger als hundert Jahre ein idyllischer Zustand ungetrübten Friedens herrschte. Kein Feind durchzog das Land, in der Ferne nur wurden Kriege geführt, für die ab zu ein Teil der waffenfähigen Jugend bereit zu stellen war, für die wohl auch erhöhte Steuern auferlegt wurden. Das Volk lebte in glücklicher Zurückgezogenheit, dem Auge der Machthaber fast entschwunden. Ganz andere Gestalt nahmen die Verhältnisse unter der Regierung der Diadochen an. Judäa und seine Nachbarländer wurden ängstlich behüteter Besitz, und jede politische Störung brachte die Truppenmassen zweier feindlichen Heere in das gequälte Land.