Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 315)
- Language
- German
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auf die jüdische Zentrale durchgefiihrt wurden, deren Schwächung vielmehr ohne Zweifel beabsichtigt war. Die anfangs (S. 228) citierten Josephus-Stellen Ant. XIV, 6, 4 und Bell. I, 8, 7, nach welchen die Neuordnung durch Gabinius ״nach dem Willen des Antipater“ erfolgt sei, sind von Hoffmann in seiner von Halevv abweichenden Erklärung der Josephus-Berichte nicht mehr erwähnt. Sie sind aber ein nicht unwesentlicher Teil von dem Beweis Halevvs, indem auch sie zeigen, dass die Umgestaltung nicht dem Willen des Volkes, sondern dem des Antipater und Hyrkan entsprach, und unterstützen seine Auffassung des Berichts in Ant. XIV, 8, 2. Wenn dessen Angabe, dass die beiden Brüder ״dem Volke eine andere Regierungsform aufzudrängen“ suchten, bei Diodor fehlt, so mag das daran liegen, dass dieser weniger als Josephus die Interna des jüdischen Staats' wesens kannte und darum die Klage des Volkes nicht nach ihrer ganzen tieferen Bedeutung erkannte und berichtete. Uebrigens ist es nicht richtig, dass die Vorfahren der beiden Brüder ״nicht den Königstitel führen sollten, sondern den eines dem Volke vorstehenden Hohenpriesters“. Auch Simon und Johann Hyrkan waren nicht nur Hohepriester, sondern auch regelrechte Herrscher, und ersterem wurde die Herrscherwürde durch einmütigen Wunsch des Volkes übertragen (1. Makk. 14). Erst durch die Darstellung bei Josephus dürfte demnach der Bericht Diodors verstandlieh sein. Dürfte es demnach mindestens nicht unmöglich sein, die Berichte des Josephus so zu verstehen, wie Halevy es tut, so erscheinen andererseits dessen fernere Belege für seine Hypothese von genügendem Gewicht, um die ihr entgegenstehenden Bedenken aufzuwiegen. VII. Zum Schluss noch eine — die Hauptfrage nicht direkt betreffende — Bemerkung: Hoffmann beanstandet, dass Halevy wiederholt die Zeit von Jose ben Joeser bis Hillel als eine Zeit des Niedergangs bezeichnet, und meint, in diese Zeit falle eine mehr als dreissigjährige Periode der Ruhe und des Wohlstandes. Dem gegenüber sei es gestattet, darauf hinzuweisen, dass selbst eine dreissigjährige Ruhe im Verhältnis zu der Schwere und Dauer der Zerrüttung nicht sehr ins Gewicht fallen könnte Indes darf nach Halevys Ausführungen die ruhige Entwicklung nicht einmal