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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 312

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 312)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486275--1904-3488267
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240 Ereignis der von ־Herodes angeordneten Tötung seiner ehemaligen Richter verstanden werden müsse, so dürfte dem ohne Zweifel mit Recht entgegengehalten werden, dass die Gerichtshöfe, um die es siel! bei Halevy und bei Josephus handelt, nicht identisch sind. Halevys Beweisführung beruht darauf, dass die schwebende Frage von dem obersten, aus 71 Mitgliedern bestehenden Synedrion hätte entschieden werden müssen, wenn ein solches damals vorlianden gewesen wäre. Der Gerichtshof aber, vor dem Herodes als Angeklagter gestanden hatte, kann doch nur ein Kollegium von 23 Richtern gewesen sein. Nach der Tötung dieser Richter aber wäre, selbst wenn sie nicht — wie auch Hoffmann ausdrück־ lieh zugibt — nach und nach, sondern auf einmal erfolgt wäre und selbst wenn - was von keine!* Seite behauptet wird — samt־ liehe 23 Richter dieses Kollegiums zugleich dem obersten Gerichts־ hof angehört hätten, doch immerhin die Majorität dieses Gerichtes übrig gewesen, und man hätte nach der in der Mischna (Sanhe־ drin IV, 4) berichteten Organisation alsbald die entstandenen Lücken ausfüllen müssen und können. Diese Ergänzung müsste umsomehr vorausgesetzt werden, als, wie Hoffmann selbst zugibt, das Ereignis der בני בתירא wahrscheinlich erst sieben Jahre nach dem Regierungsantritt des Herodes stattfand und nicht einzusehen ist, warum die Herstellung der Ordnung so lange hätte auf sich warten hissen sollen, wenn wir nicht mit Halevy eine Unmöglich־ keit der Wiederherstellung geordneter Synedrial-Verhältnisse annehmen. Halevys Beweis von den בני בחירא beruht aber gar nicht auf diesem Einzelfall allein, sondern er erörtert eingehend1), dass ohne 1j S 51 und 72. — Die erste der beiden Stellen sei hier vollständig wiedergegeben: ״Bei fernerer Betrachtung finden wir auch, dass damals (nach dem Tode Schemajas und Abtaljons) kein ständiger Nasi und kein ständiger Ab Beth-Din ernannt wurden und zwar deshalb, weil es damals kein grosses Synedrion gab. Denn auch die Bezeichnungen בני בתירא und זקני בתירא sind nur Gesamtnamen der Familie, nicht aber Bezeichnungen ein׳ zelner Inhaber der Nasi-Würde. Das kann aber nur darum möglich gewesen sein, weil es damals kein Synedrion und demnach auch keinen Präsidenten desselben gegeben hat. Nur im Interesse der dringendsten alltäglichen Gcschäfte wurde alles vorübergehend der Leitung einer sehr angesehenen Familie überantwortet, von der man voraussetzen konnte, dass sie zu geeigneter Zeit die Würde zurückgeben werde, und deren Mitglieder darum auch

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