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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 302

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 302)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486275--1894-3488257
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230 der Volks-Gesandtschaft vor Pompejus lasst nicht im geringsten die Besorgnis wegen einer beabsichtigten Auflösung des Synedrion entnehmen. Der Inhalt derselben wird am deutlichsten von Diodor Siculus 40, 2 wiedergegeben. Derselbe erzählt : ״Als im Frühling 63 Pompejus in Damaskus ankam, erschienen vor ihm einerseits die um die Herrschaft streitenden Brüder, Hyrkan und Aristobul, andererseits die Angesehensten aus dem Volke, mehr als zweihundert. Letztere erklärten: ״Die Vorfahren dieser (beiden Brüder) hatten als Vorstände des Tempels an den Senat Gesandte geschickt und von ihm die nqooxaöiu der Juden als freier und selbständiger Männer erhalten, wobei sie nicht den Königstitel führen sollten, sondern den eines dem Volke vorstehenden Hohenpriesters. Diese (beiden Brüder) dagegen führen, die väterlichen Gesetze missachtend, eine eigenmächtige Herrschaft {dvvouscevtn) und machen ungerechter Weise die Bürger zu Sklaven. Denn auf eine Menge von Söldnern gestützt, haben sie durch Gewalttaten und durch frevelhafte Morde sich der Königsherrschaft bemächtigt“. — So Diodor. Josephus gibt die •Bede der Volkshäupter nach Strabo in kürzerer Fassung. Der Inhalt ist aber genau betrachtet derselbe. Das Volk will nicht von Machtherrschern (Dynasten) nach dem Muster von Alexander Jannai geknechtet, sondern bloss von Vorstehern, wie es die ersten Hasmonäer und die früheren Hohepriester waren, geleitet werden, die sich bloss als Hohepriester und Verwalter des Tempels {jcqotöxr^oxug tov ttQov) bezeichnen. Daran, dass die Brüder das Synedrion aufzulösen beabsichtigen, denken die Volksgesandten gar nicht. Den Tyrannen mag im Gegenteil ein Synedrion höchst willkommen oder wenigstens ganz gleichgültig gewesen sein, weil sie entweder, wie Jannai, ein solches aus ihnen ergebenen Sadducäern bilden, oder, wie Herodes, über die Köpfe der Synedristen hinweg ihre Blutedikte erteilen könnten. Hieraus ist aber zugleich zu ersehen, dass die Neuordnung des Gabinius im Jahre 57 eine formale Gewährung jener vom Volke ausgesprochenen Wünsche bedeuten sollte. De facto war es natürlich nichts weniger als dies, denn das Volk hatte nur die Knechtung der Tyrannen mit der noch härteren Knechtschaft durch die Börner vertauscht. Aber im ersten Augenblicke fühlte das Volk die neueingeführte aristokratische Verfassung als eine Befreiung von einer Tyrannenherrschaft und freute sich darüber. Dies

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