Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 300)
- Language
- German
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Ich musste indessen, nachdem ich diese Annahme genau geprüft hatte, mit Bedauern bemerken, dass die Begründung derselben sehr schwach und kaum imstande ist, die Bedenken, die sich dagegen erheben, zu entkräften. Die ganze Annahme ruht auf einigen Angaben des Josephus, die zum Teil missverstanden, zum Teil nur durch Hineinlegung eines Sinnes, der keineswegs darin liegt, als Stützen beigebracht werden. Es sind folgende Berichte des Josephus dabei in Betracht zu ziehen. 1. Nach Ant. XIV, 8, 2 klagen die Gesandten des Volkes im Jahre 68 vor Pompejus gegen die beiden mit einander streitenden Brüder, Hyrkan und Aristobul, dass sie als Nachkommen von Priestern die Verfassung ändern und das Volk zu Sklaven machen wollen. 2. In Ant. XIV, 5, 4 und (etwas genauer) in Bell. I, 8, 5 wird berichtet, dass, nachdem Gabinius Alexander, den Sohn Aristobuls, im Jahre 57 besiegt hatte, derselbe a) Hyrkan nach Jerusalem zurückführte und ihm die Verwaltung des Tempels übertrug; (b das Land in fünf Bezirke teilte und 5 Synedrien einsetzte. Ferner wird dort berichtet, c) dass durch diese Massregel die Juden eine aristokratische Verfassung erhalten hatten. 3. In Ant. XIV, 6, 4 und Bell. I, 8, 7 berichtet Josephus ferner, dass Gabinius, nachdem er im Jahre 50 den neuen Aufstandsversuch Alexanders durch dessen Niederlage am Tabor vereitelt hatte, wiederum nach Jerusalem zog und die Verfassung nach dem Vollen Antipaters ordnete. Diese Berichte erklärt Halevy (S. 58—70) als zusammengehörig, um auf Grund derselben folgende Hypothese aufzustellen. 1. Bereits während des Streites der Brüder Hyrkan und Aristobul merkten die Häupter des Volkes, dass jeder von beiden die Absicht habe, wenn er in Sicherheit auf dem Throne sitzen werde, durch einen Staatsstreich die Verfassung zu ändern und das Zentral-Synedrion, das zur Zeit der Königin Alexandra die früher(?, während der republikanischen Zeit innegehabte Macht wieder erlangt hatte, abzuschaffen. Das ist der Inhalt der Klage, welche die Gesandtschaft des Volkes vor Pompejus vortrug (oben Nr. 1). 2. Als nun Gabinius eine Neuordnung in Judäa vornahm, da erfüllte sich die Befürchtung des Volkes. Es erfolgte in der Tat