Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 298)
- Language
- German
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mit der Gewalt, die es vorher besessen hat, wiederhergestellt worden ist. Ob man berechtigt ist, aus dem Berichte des Josephus diesen Schluss zu ziehen, soll hier untersucht werden. Zuerst seien noch andere talmudische Berichte mitgeteilt, die nach dieser Annähme eine ganz andere Gestalt gewinnen als die, welche man gewöhnlich darin erblickt. Zuvörderst der wichtige Bericht des B. Jose über die Ent- Stellung der Kontroversen unter den Gesetzeslehrern (Sanhedrin 88 b). Hiernach waren in alter Zeit die Meinungsverschiedenheiten unter den Weisen nicht von dauerndem Bestand, weil das grosse Zentral- Synedrion in Jerusalem als höchste Instanz über dieselben die endgültige Entscheidung traf. Dann heisst es weiter: משרבו תלמידי שמאי והלל שלא שמשו כל צרכן רבו מחלוקת בישראל ונו׳. Halevy (S. 602—607) kommt nach einer scharfsinnigen Auseinandersetzung zu folgender Erklärung dieses Berichts. Derselbe stimmt vollständig überein mit dem Ausspruch des Besch Lakisch in Sukka 20 a, wonach die Thora zur Zeit Hillels vergessen war und von diesem aufs neue begründet wurde, so dass die beiden scheinbar einander widersprechenden Berichte sich gegenseitig erklären. Die תלמידי שמאי והלל sind nicht die späteren Schüler der Schulen von Schammai und Hillel, sondern die Weisen, die als Zeitgenossen von den beiden Schulhäuptern in zwei ״Häuser44 geteilt waren, in בית שמאי, das schon vor Hillels Ankunft in Palästina bestanden hatte, und in בית הלל, das infolge der Einsetzung Hillels zum Nasi von neuem sich bildete. Diese Weisen werden, weil sie Sehammai und Hillel als die Oberhäupter der beiden Schulen betrachteten, als תלמידי שמאי והלל bezeichnet. Ahm diesen wird gesagt שלא שמשו לבל צרבן dass sie in den vorangegangenen Zeiten der A7erwirrung, wozu in den letzten Dezennien noch die Auflösung des zentralen Beth-Din hinzukam, die Thora nicht in vollkommen genügender Weise pflegen konnten, so dass Meinungsverschiedenheiten entstanden, die unentschieden blieben. Sodann erhält auch der folgenreiche Vorgang, der in PVichim (Perek AJ Anf., Babli, Jerusch, und Tosefta) ausführlich erzählt wird, wobei Hillel zum Nasi eingesetzt wurde, eine befriedigende Erklärung (Halevy S. 50 ff.). Es war bereits der 14. Nissan und noch immer war keine Entscheidung vom Sanhedrin getroffen worden, ob an diesem Tage, der damals auf Sabbath fiel, das Pessach