Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 291

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 291)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3486266-3486275--1883-3488246
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

219 Ula durch den Hinweis beruhigt■: ״Du hast dein Leben gerettet“. Hingegen scheint mir, wie wir noch sehen werden, das nationale Moment der usurpatorisohen Herrschaft der Herodianer, das Thosaphoth implicite erwähnen, eine Handhabe zur Erklärung zu bieten. Indessen wollen wir zuerst noch die Parallel-Steilen heranziehen, die zur Erklärung der ganzen Sache von Wichtigkeit sind. Baba lmthra :1 b bringt der Talmud eine zum Teil geschiehtliehen, zum Teil legendären (’harakter tragende Erzählung: ״Herodes war ein Sklave des Hasmonüerhauses. Er richtete sein Auge auf dieses Mädchen. Eines Tages hörte dieser Mann eine Stimme, die da sagte, jeder Sklave, der sich jetzt empört, hat Glück. Da machte er sich auf und tötete alle seine Herren und liess nur dieses Mädchen übrig. Als dieses sah. dass tu* sie heiraten wollte, stieg sie aufs Dach und rief mit lauter Stimme: ,,Jeder, der sagt, ich komme vom Hause der Hasmonäer, ist ein Sklave“; denn es ist nur noch dieses Mädchen davon übrig und dieses Mädchen ist vom Dach zur Erde gefallen.** Daraufhin habe sie Herodes sieben Jahre in Honig einbalsamiert.** Die Heirat mit Mariamne denn dieses Mädchen ist hier gemeint! ist aber eine geschichtliche Tatsache; von ihr stammt ja unser Agrippa, wie es auch eine Tatsache ist, dass Herodes’ Lieb(‘ zu ihr auch nach ihrer Hinrichtung eine leidenschaftliche war, so dass er sie auch nach ihrem Tode bei ihrem Namen rief, als ob sie noch lebt(‘, und dass er seinen ’Dienern befahl, von ihr als von einer Lebenden zu sprechen, (/!!zweifelhaft geht aber aus der Stelle hervor, dass der Talmud alle Herodianer als Sklaven betrachtete, welcher (,harakter aber Agrippas Vater, Aristobul, nicht mehr zukommen würde, wenn seine Mutter Mariamne, die letzte Hasmonäerin, war; denn die Halachah lautet dahin, dass das Kind eines Heiden oder Sklaven von einer Israelitin als ein Israelite zu gelten hat. Thosaphoth zur Stelle Baba bathra db verweisen auf Kidduscliin 70 b, wo es gleichfalls heisst, dass, wer mit der Behauptung auftritt, aus dem Hause der Hasmonäer zu stammen, ein Sklave sei. Thosaphoth lassen darum Baschis Bemerkung zu Sota 42 b, dass Agrippas Mutter eine Israelitin gewesen sei, die sie zuerst als Tatsache hingenommen hatten, fallen und sagen, man müsse annehmen, dass Herodes’ Söhne keine Israelitinnen geheiratet haben, Um aber die Weisen zu entlasten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.