Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 290)
- Language
- German
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218 mutter Mariamne, die letzte Hasmonäerin, war allerdings eine Jüdin; aber deren Sohn Aristobul war mit Berenike, der Tochter der Salome, der Schwester des Herodes, verheiratet und aus dieser Ehe ist Agrippa hervorgegaugen (Jos. Ant. XVUT, 5, 4). Mithin stammt Agrippa doch auch wieder mütterlicherseits aus der edomitischen Familie, so dass, wenn man diese Brösel vten nicht als Israeliten betrachten wollte, er tatsächlich nicht von einer jüdischen Mutter geboren wäre, Sowohl über dieses Moment, als auch über das weitere, dass er ein Sklave gewesen sei, wird noch zu ver- ]landein sein. Thosaphoth zur Stelle zitieren den Jeruschalmi, der in demselben Sinn wie die Tosefta sich äussert, und wundern sich, dass, wenn iiaschis Bemerkung, Agrippas Mutter sei eine Jüdin gewesen, zutrifft und die Sache nur anstössig sein soll, flu* eine solche geringfügige Schmeichelei, eine gar nicht im Verhältnis stehende Strafe sollte verhängt worden sein. Thosaphoth bemerken darum, im allgemeinen und sogar hinsichtlich der Zulassung zui Würde eines Vorstehers oder Nasi genüge es und wäre die Anforderung des Verses ״aus der Mitte deiner Brüder . . .“ erfüllt, wenn die Mutter des Anwärters eine Jüdin gewesen sei. Beim ,,König“ aber sei die Bestimmung ״aus der Mitte deiner Binder“ in der Thora wiederholt, um uns zu sagen, dass er hier ganz und gar ״der Mitte der Brüder“ entstammen, also von jüdischem Vater und jüdischer Mutter geboren sein muss. Demgemäss, so fahren die Thosaphoth fort, wrar Agrippas Herrschaft keine legitime, sondern eine mit Gewalt angemasste und mit ihren Worten haben ihn die Weisen darin bekräftigt; sie hätten, wenn sie es nicht hindern konnten, schweigen müssen. Die Schmeichelei bezog sich in diesem Fall auf eine Sünde, die sie nicht gutheissen durften; aus Furcht vor Agrippa haben sie ihm geschmeichelt; sie haben Menschenfurcht höher gestellt als Gottesfurcht und gewissermassen Gottes Allwissenheit geleugnet. Man wird unschwer erkennen, dass Tliosaphotli im Namen des Rabbi Jizchak hier zwischen sonstigen Würden und dem Königtum einen Unterschied konstruieren, der eigentlich im Talmud zur Stelle (Jebamotli 45 b) nicht gemacht wird. Auch das Moment bezüglich einer Schmeichelei bei Ausübung einer Sünde kann nicht stichhaltig sein, wenn wir den Fall Ulas (S. oben S. 214 ff.) vergleichend heranziehen, wo es sich gleichfalls um eint Ermutigung bei einer Sünde handelt und doch Rabbi Jochanan