Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 268

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 268)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3486266-3486275--1860-3488223
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

196 Landrabbiners 1). Als dieser deshalb von der Kammer angewiesen wurde, die armen Juden nicht zu ״übersetzen“ 2), erklärte er, dass er von den ihm nach jüdischer Gewohnheit zustehenden Gefällen niemals den vollen Betrag beansprucht, von den ihm als wirklich arm bekannten Personen nichts angenommen habe. Aber es komme vor, dass selbst Leute, die starken Handel und Wandel treiben, und in ihrer ״pompeusen Pracht“ es den Reichen gleichtun, sich, sobald es sich um ihre Verpflichtung ihm gegenüber handle, als die Allerärmsten hinstellen und ihm überdies mit den allerempfindlichsten Schimpfworten begegnen 3). Selbstverständlich wurde in allen Angelegenheiten, die irgendwie mit rituellen Fragen in Beziehung standen, sein Gutachten erfordert. Als es sich im Jahre 1750 um die Neueinrichtung der Juden-Schlächterei, welche an die christlichen Fleischer-Zünfte kommen sollte, handelte, gab Gumpertz sein Gutachten dahin ab, dass hiergegen im Prinzip vom religiösen Standpunkt keine Bedenken vorliegen, dass aber die polnischen Juden an der Einrichtung, die dem Gebrauche in ihrer Heimat nicht gemäss sei, Anstoss nehmen würden4). Dagegen wandte er sich mit Erfolg gegen gewisse Vorschläge der Zünfte, für die ein jüdischer Mann, namens Jakob Salomon, eintrat, der die Zulässigkeit derselben ״aus dem Buche, wonach sie sprächen“ 5), nachzuweisen suchte6). In dem in dieser Angelegenheit getroffenen Abkommen wurde dann unter anderem festgesetzt, dass nur solche Schlächter zur Anstellung gelangen dürften, deren Tüchtigkeit für diesen Dienst vom Rabbiner geprüft sei7). Um aber den nach Breslau handeltreibenden Juden, die zunächst von der beabsichtigten Neueinrichtung nichts wissen wollten8), auf die aber im Interesse des ג) Das. Bl. 12-13. *) Das. Bl. 14. 3) Das. Bl. 15-16. 4) Br. Stadtarch : Mag.׳Akt. 14. 11., vol. I, Bl. 58• 6) Natürlich ist damit der Schulchan Aruch gemeint. 6) Das. Bl. 5859*־־־. 7) Das. Bl. 67. 8) Das. Bl. 52. Schon im vorhergehenden Jahre war nämlich gegen die geplante Neueinrichtung der Judenfleischerei ein v. 16• Marcheschwan 510 datierter Protest von Polen an die Breslauer Schammesse gekommen und noch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.