Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 244)
- Language
- German
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172 Nachlassen der Verfolgung zurückgekehrten l 2) Gesetzeslehrer aufs peinlichste bemüht, den Körnern jeden Anlass zu weiteren Verfolgungen zu nehmen. Deshalb erlaubten K. Jona und R. Jose, am Sabbat für das römische Heer zu backen-). Mit dieser Verfolgung stand vielleicht die Verlegung des Hauptlehrhauses von Tiberias nach Sepphoris in Verbindung. Jedenfalls ist Sepphoris bereits der Sitz desK. Mana, des Sohnes des R. Jona3). Die Verlegung des Lehrhauses fände eine einfache Erklärung in der An־ nähme, dass die Bedrückung eine lokale war, die sich in der Hauptsache auf Tiberias, den damaligen Sitz des Lehrhauses, konzentrierte 4). Eine Verfolgung der palästinensischen Juden von weittragendster, traurigster Bedeutung fand unter der Regierung des Constantius statt, durch dessen Schwager Gallus, den Cäsar in Antiochia. lieber die Lage der Juden in den ersten 14 bis 15 Jahren des Constantius lässt sich nicht viel sagen. Dass er i. J. 339 die Ehe von Juden mit Christinnen bei Todesstrafe verbot5 6) und auf die von Constantin bereits verbotene Beschneidung der Sklaven die Todesstrafe setzte*), sowie nichtjüdische, von Juden gekaufte Sklaven für den Fiskus einzog, ist wohl ein Zeichen zunehmenden Hasses gegen das Judentum, lässt sich aber auch aus übereifriger Fürsorge für das Christentum erklären. Furchtbare Zeiten kamen über die Juden Palästinas, als des Kaisers Schwager Gallus die Leitung des Orients erhielt (März 351); als Feldherr wurde ihm Ursicinus 7j beigegeben. Die Kirchenschrift- *) Vgl. Halevy S. 461/2, wo nachgewiesen wird, dass R. Jose b. Zebida und R. Jose b. Abin eine Zeit lang in Babylonien waren. 2) j. Scheb. IV, 1; Sanh Ili, 5. 3) Halevy S. 377. 4) Ebendas. 5) Cod. Theod. XVI 8. 6. 6) Ebendas. 9, 2. 7) Dieser Name kommt im Jeruschalmi mehrmals vor; da er aber bereits in Zusammenhang mit den älteren Gesetzeslehren R. Jona und R. Jose genannt wird, so ist entweder anzunehmen, dass Ursicinius bereits zur Zeit Constantins in Palästina war oder dass es mehrere römische Offiziere dieses Namens gab — um den Oberfeldherrn braucht es sich nicht immer gehandelt zu haben — oder dass der Name des Ursicinus als des schwersten Unter-