Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 239)
- Language
- German
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167 zwar nicht die Steuerlast, gab ihr aber eine gerechtere Verteilung. Infolge des Sieges über die Perser (297) und der sich daran anschliessenden Friedenszeit werden wohl die Naturallieferungen für das Heer geringer geworden sein. Die von Dioeletian eingeführte Beamtenherrschaft wird — wenigstens solange ein energischer Mann an ihrer Spitze stand — die persönliche Sicherheit des Einzelnen besser geschützt haben, als dies bei der bisherigen Militärherrschaft möglich war, bei der die Führer sich oftmals gezwungen sahen, Ausschreitungen ihrer Soldaten gegenüber allzu nachsichtig zu sein. Es ist anzunehmen, dass die Juden die vom Kaiser geschaffene günstigere Lage dankbar anerkannt haben. Auf eine gewisse Verehrung des Kaisers lässt die Tatsache schliessen, dass K. Chija b. Abba gelegentlich der Anwesenheit Diocletians in Tyrus von der Erlaubnis Gebrauch machte, trotz seiner priesterliehen Abstammung über — wohl heidnische — Gräber hinwegzugehen, um die Person des Kaisers sehen zu können1). Die freiwillige Thronentsagung Diocletians (1. Mai 305) wird vorerst die Lage der palästinensischen Juden nicht berührt haben, da Galerius, der nunmehrige Augustus des Orients, die Herrschaft im Sinne seines Vorgängers fortsetzte2). III. Gegen Ende seiner Eegierung (311) sah sich Galerius veranlasst, die Christenverfolgurigen einzustellen. Die Verfolgungen ף j. Ber. 111 1 (6 a). 2) So wahrscheinlich eine gänzliche oder teilweise Verlegung des palästinensischen Hauptlehrhauses zur Zeit R. Amis (Ende des 3., Anfang des 4. Jahrhunderts) von Tiberias nach Caesarea auch ist (vgl. Halevy, S. 350 ff., Bacher, Monatsschrift 1901, S. 302 ff.), so liegt kein Grund vor, sie auf eine allgemeinpolitische Veranlassung zurückzuführen. Vielleicht geschah die Uebersiedelung des grössten oder eines grossen Teiles der Gesetzeslehrer aus Tiberias nach Cäsarea lediglich aus Rücksicht auf den dort durch seine Geschäfte gebundenen, hochangesehenen und reichen R. Abbahu. Wenn übrigens der Schluss Halevys (S. 352) aus b. Rosch hasch. 20 b richtig ist, dass der Patriarch R. Jehuda Nesia II. deshalb dem R. Ami seine Ansicht durch Boten mitteilte, weil dieser nach Caesarea übergesiedelt war, dann hat diese Uebersiedelung wahrscheinlich vor 305, also noch unter Diocletians Herrschaft stattgefunden; denn R. Gamliel IV, der Sohn und Nachfolger