Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 236)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3486266-3486275--1828-3488191- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Einfluss auf Palästina. Es wird diesem Kaiser judenfreundliche Gesinnung zugeschrieben1); es wird sogar von ihm erzählt, er sei beschnitten gewesen; doch selbst wenn dieses wahr ist, so wird mit der Beschneidung des syrischen Knaben* den ein Zufall auf den Kaiserthron setzte, sicherlich nicht das jüdische Bundes- Zeichen beabsichtigt gewesen sein, da Elagabals Vater und später er selbst Sonnenpriester waren Von seinem ihm ganz unähnlichen Nachfolger, dem edlen Alexander Severus, wird ebenfalls berichtet, dass er den Juden wohlgesinnt2) war. Wichtiger als die Gesinnung des noch im Jünglingsalter ermordeten Kaisers ist die gewaltige Umwälzung, die während seiner Regierung in Asien vor sich ging. Der Sassanide Ardeschir stürzte den letzten Partherkönig und gründete das Neuperserreich (226/27). Dass die babylonischen Juden sich über den Wechsel der Herrschaft nicht zu freuen hatten, ist oben bereits erwähnt. In gewaltigem Ansturm w^arf sich Ardeschir (i. J. 231) auf das römische Gebiet, in der ausgesprochenen Absicht, die Römer aus Asien zu verdrängen. Doch den römischen Legionen waren die Perser nicht gewachsen; es gelang dem Alexander Severus, den Feind vom römischen Gebiet zu verdrängen, nierdurch wurden auch die Juden Palästinas vor der gefürchteten Herrschaft der fanatischen Feueranbeter bewahrt. Die Unruhen, welche nach der Ermordung Alexanders (235) besonders den Osten des römischen Reiches heimsuchten, haben sicherlich auch die Juden Palästinas in Mitleidenschaft gezogen, wenn sich im einzelnen auch nicht feststellen lässt, inwieweit sie davon betroffen wurden. Der andauernde Perserkrieg wird sicherlich an ihre Steuerkraft die höchsten Ansprüche gestellt haben. Ob der Perserkönig Schabur bei seinen verschiedenen Plünderungszügen nach Syrien (i. J. 241) und dann nach Gefangennahme des Kaisers Valerian (i. J. 260) auch Palästina berührt hat, wissen wir nicht. Wenn man seiner Erklärung gegenüber seinem Freunde, dem babylonischen Amoräer Mar Samuel, Glauben schenken darf, so hätte er auf seinen Kriegszügen das Leben der Juden geschont, *) Lampridius in Heliogabalum 1, 6; 3, 5. 2) Lampridius in Alexandrum 22, 4; 29, 51.