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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 138

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 138)
Language
German
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68 gegen kam ihnen nach Möglichkeit entgegen. Da die Juden Samstag nicht vor Gericht erscheinen konnten, um hier ihre Prozesse zu führen, zu jener Zeit aber in Amsterdam Samstag der allgemeine Gerichtstag war, gestattete man ihnen, ihre Gerichtsangelegenheiten auf Dienstag zu verschieben 1). Wie sehr die Portugiesen des behördlichen Schutzes bedurften, beweisen die Beschlüsse der südholländischen Synoden. Die reformierte Geistlichkeit forderte nichts weniger als eine gewaltsame Bekehrung, da sie unter Toleianz nur die Duldung ihres eigenen Bekenntnisses verstand. Die Regierung war jedoch anderer Meinung. Einschränkung der bürgerlichen Freiheit oder religiöse Unduldsamkeit war gegen ihr Prinzip, sie lehnte daher die Anträge der Geistlichkeit ab und erteilte den ״Dienern des göttliehen Wortes“ den wohlmeinenden Rat, durch musterhaften Lebenswandel und ähnliche ״christliche Mittel“ die Juden zu bekehren und sie vom wahren Glauben zu überzeugen. Ein freiwilliger Übertritt zum Christentum wäre ihr wohl angenehm, aber von einer gewaltsamen Bekehrung wollte sie nichts wissen2). Mit diesen Ratschlägen gaben sich jedoch die Predicanten nicht zufrieden. Sie setzten das begonnene Werk fort, indem sie immer wieder gegen die ״Schlechtigkeit“ der Juden Beschwerde führten. Sie hofften durch Anklagen das erwünschte Ziel zu erreichen. Teilweise scheiterten ihre Pläne an dem Widerstande der Regierung, die ein Interesse daran hatte, die Juden im Lande zu behalten, und wusste, dass eine gewaltsame Bekehrung unzweifelhaft eine Auswanderung zur Folge haben würde. Obgleich die Portugiesen in gutem Einvernehmen mit der einheimischen Bevölkerung lebten, hatten sie dennoch keine Ruhe von den Hetzereien der Geistlichkeit, die mit allem Eifer ihre Anhänger gegen sie aufreizte. Einige Erfolge hatten sie auf dem Lande zu verzeichnen, denn in der Landbevölkerung herrschte ja von jeher eine judenfeindliche Stimmung, so dass es den Portugiesen unmöglich gemacht wurde, sich auf dem Lande niederzulassen: Aber auch in Amsterdam selbst bestand in gewissen Schichten der Bevölkerung eine Abneigung gegen die Fremden, weil die *) Handv. v. Amsterdam. 2) Kerkelyk Placaatboek III. p. 331.

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