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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 137

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 137)
Language
German
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Bevölkerung völlig gleichberechtigt waren, finden wir einige unter ihnen in angesehenen Ämtern. So betraute die Regierung mit der Konsularvertretung in Algier einen gewissen Jacob de Paz, der für seine geleisteten Dienste eine Prämie von 2500 Gulden erhielt1). Allein auf wirtschaftlichem Gebiete machte sie ihnen nur geringe Zugeständnisse. So waren sie trotz ihrer Aufnähme als Bürger von vielen Berufszweigen ausgeschlossen. Die Aufnahme der Juden als holländische Bürger verschaffte ihnen allerdings im Auslande einige Vorteile, aber in Holland selbst brachte sie ihnen keinen Nutzen. Als Advokaten Hess man sie nicht zu2); der Handel mit Gold oder Silber war ihnen überhaupt verboten3). Mit grosser Schwierigkeit kämpften die jüdischen Apotheker, denn es war ihnen untersagt, an christliche Kunden Medikamente zu verabfolgen. Dieses Verbot war teilweise gerechtfertigt, denn da die jüdischen Ärzte die Arzneimittel mit solchen Namen bezeichneten, die den christlichen Apothekern unverständlich waren und infolgedessen die christlichen Klienten der portugiesischen Ärzte die von ihnen verordneten Arzneimittel bei den jüdischen Apothekern holen mussten, fühlten sich die christlichen in ihrem Gewerbe beeinträchtigt. Durch eine neue Regelung des Apothekerwesens steuerten die Behörden diesem Missbrauch4). Wenn auch die Ärzte grosse Freiheit besassen, waren sie dennoch in ihrer Tätigkeit vielfach gehemmt, da man sie nicht als Chirurgen zuliess. Nur selten geschah es, dass ein Jude die Erlaubnis erhielt, eine chirurgische Tätigkeit zu entfalten, wofür er jedoch eine besondere Steuer zahlen musste5). Dass die Juden in Wirklichkeit eine Ausnahmestellung einnahmen, war nicht Schuld der Regierung, sondern der Gilden, in denen noch ein recht mittelalterlicher Geist herrschte. Eine Ausnahme bildete die Maklergilde, in der es um die Mitte des 17. Jahrhunderts bereits 50 Juden gab6). Die Regierung hin- Resolution Vroedschap fol. 141. 2) Zurk, Codex Batavus 427. 8) Resolution von Holland 13. Dez. 4) Handv. v. Amsterdam p. 952. 5) Navorscher 26• Jahrg. 1876 p. 593. G) Wagenaar, Amsterdam III. 234. Jahrbuch J. L. G. V. 1661.

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