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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 136

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 136)
Language
German
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64 ihr Gutachten abgegeben batten1). Mit ihrer Bewilligung erschien die berühmte Bibel des Joseph Athias (1677), die auch die Leydener Professoren begutachteten. Die General-Staaten zeiohneten den gelehrten Buchdrucker für dieses mühevolle Werk aus, indem sie ihm eine goldene Kette überreichen liessen. Jedes Buch, das ohne Erlaubnis der Vorsteher erschien, durfte von den Mitgliedern nicht gelesen werden. Aber nicht immer richteten sie sich nach diesem Verbote und, obwohl z. B. Spinozas Werke nicht gelesen werden durften, beschäftigte man sich mit seiner Lehre. Die Portugiesen konnten sich jetzt wieder für einige Zeit den Wissenschaften widmen, da die Kämpfe der letzten Zeit insofern zum Stillstand gekommen waren, als weitere Zwistigkeiten von Bedeutung nicht mehr eintraten. So hatte die Amsterdamer Gemeinde nach den langen sabbataischen Wirren sich wieder zurecht gefunden. Nicht so schnell erlosch die Bewegung in Polen. Hier setzten die Wander- Propheten ihr Unwesen fort, bis sie endlich zum Christentum übertraten. Während dieser Wirren suchten zahlreiche polnische Juden in Amsterdam eine Zufluchtstätte. Infolge der starken Einwanderung nahm die Zahl der Armen in ganz erheblichem Masse zu, so dass die reichen Portugiesen vollauf zu tun hatten, ihre unglücklichen Glaubensgenossen unterzubringen. Bei der Versorgung der Notleidenden leisteten die Stadtbehörden der Gemeinde hilfreiche Hand, indem sie die Schiffsladungen Turf, die für Arme bestimmt waren, von Abgaben und Zöllen befreiten2). Jedes Mitglied der portugiesischen Gemeinde musste eine von den Parnassim festgesetzte Armensteuer entrichten, welche aber nicht 200 Gulden übersteigen sollte. Bei der grossen Anzahl der Mitglieder floss eine nicht unbedeutende Summe in die Armenkasse, die wohl für die Not des Augenblicks hinreichte. Auch die neuen Einwanderer zeichneten sich durch ihren Fleiss aus und trugen das Ihrige zur Vermehrung des Wohl- Standes ihres neuen Vaterlandes bei. Die Regierung versagte auch ihnen nicht ihre Anerkennung, insbesondere aber zeichnete sie die Portugiesen aus. Obwohl sie nicht mit der einheimischen 1i Wagenaar, Amsterdam III p. 225. 2) Resolution Vroedschap fol. 50,

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