Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 132)
- Language
- German
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60 einfügte. Dieselbe Auszeichnung wurde einer Deputation zu teil, die nach Adrianopel pilgerte, um dem Gesalbten Gottes persönlich ihre Huldigung darzubringen1). So liess sich die Gemeinde in die Schwärmerei hineinreissen. Nur I. Sasportas, der sich zur Zeit der sabbataischen Umtriebe in Hamburg aufhielt, bekämpfte energisch die Bewegung. In Sendschreiben über Sendschreiben warnte er seine Glaubensgenossen vor den Gefahren des Pseudomessias und seiner übrigen Wanderpropheten2). Seine Worte fanden jedoch keine Beachtung, denn in Amsterdam war man so sehr mit den Vorbereitungen für die bevorstehende Rückehr ins heilige Land beschäftigt, dass man die ernsten Ermahnungen nicht hörte. Auch hier vernachlässigte man den Geschäftsverkehr; zeitweise stockte sogar der Handel. Glücklicherweise dauerten die Träumereien nicht lange; 1667 ging die sabbataische Weltherrschaft ihrem Ende zu. Auf Drängen seiner Anhänger verliess Sabbatai Zwi Smyrna, um die Welt zu erobern. Sein erstes Ziel war die Türkei, da Palästina unter türkischer Herrschaft stand. Aber kaum hatte er den türkischen Boden betreten, nahmen ihn die Behörden in Gewahrsam3). Durch die Gefangennahme des ״Königs“ kam der Sultan in peinliche Verlegenheit, denn es lag die Möglichkeit nahe, dass die grosse Zahl der Gläubigen, die ihn in der Türkei erwarteten, zum Kampfe schreiten möchten. Allein ein merkwürdiger Zufall beseitigte diese Gefahr. Auf Zureden eines hohen Beamten liess sich nämlich der ״Messias“ dazu bewegen, den Islam anzunehmen und seine Gläubigen aufzufordern, seinem Beispiele zu folgen. Zahlreiche Anhänger gehorchten dieser Aufforderung; sie glaubten auch nach seinem Übertritt unerschütterlich an seine göttliche Mission, während andere jetzt von ihm abfielen. Eine Zeitlang hielten auch die Amsterdamer Juden noch äusserlich an Sabbatai Zwi fest, freilich nicht aus Überzeugung, sondern nur um nicht ob ihrer Torheit verlacht zu werden. Die Gebildeten wollten sich mit Anstand aus der Verlegenheit ziehen und da sie für den kurzen Wahn grosse Opfer *) Hamelsveld p. 331. 2) J. Sasportas קיצור ציצת גובל צבי, herausgeg. v. ). Emden, 1752. 8) Tobia Rofe I, 26. ״Der Sultan liess ihn verhaften, weil auch Mohammedaner ihm anhingen“.