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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 130

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 130)
Language
German
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58 Viertes Kapitel. Die sabbataischen Umtriebe und der weitere Ausbau des Gemeinwesens. 1666 bis c. 1700. In der Geschichte des jüdischen Volkes tritt uns oft die merkwürdige Erscheinung entgegen, dass zur Zeit, da es einem Verfall entgegengeht, ein angeblich von Gott entsandter Messias erscheint, der den Befehl erhalten haben will, sein Volk aus der ihm drohenden Gefahr zu retten. Kein Pseudomessias hat jedoch die ganze Welt in eine solche Aufregung versetzt und die gesamte Judenschaft so nahe an den Rand des Untergangs geführt wie der Träumer von Smyrna. Einen ausserordentlich günstigen Boden fand er in Amsterdam, denn das Auftreten Spinozas veranlasste zahlreiche Portugiesen, sich dem angestammten Glauben inniger anzuschliessen und verursachte andererseits bei vielen Zweifel an die Wahrheit der Glaubensvorschriften. Insbesondere waren es die letzteren, welche nach einem Ausweg suchten. In dieser Stimmung traf die Nachricht von der Ankunft des Pseudomessias ein. Mit unbeschreiblichem Jubel wurde die Botschaft aufgenommen; denn sie bestätigte die Wahrheit ihres Bekenntnisses und half den Schwankenden aus ihrer peinlichen Lage. Obwohl ihre Vorfahren oft genug schlimme Erfahrungen mit einem derartigen Messias gemacht hatten, zögerten die portugiesischen Juden keinen Augenblick, die göttliche Sendung des Schwärmers anzuerkennen. Sabbatai Zwi war kein Betrüger, der nach einem bestimmten Plane arbeitete. Schon in seiner Jugend hatte er sich eifrig mit der Kabbala beschäftigt und sie führte ihn in Schwärmerei. Er glaubte fest an seine göttliche Mission; Andeutungen in vielen kabbalistischen Schriften bestärkten ihn in seinem Wahne. Weit mehr als seine kabbalistische Weisheit imponierte indes seine eindrucksvolle Erscheinung. Zunächst fand er nur wenig Gläubige, sodass die Rabbiner ihn bei seinem ersten Auftreten in Smyrna mit dem Banne bestraften. Da er in seiner Vaterstadt nichts auszurichten vermochte, wunderte er nach Jerusalem; als er aber auch hier keinen Boden fand, zog er nach Aegypten. Auf seiner

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