Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 117)
- Language
- German
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45 der jungen Gemeinde erheblich zu. Da aber die Neu-Christen in Pcrnambuco unter portugiesischer Herrschaft an der Ausübung ihrer Religionsvorschriften gehindert waren und das Religionsgesetz allmählich der Vergessenheit anheimfiel, so gingen sie jetzt mit besonderem Eifer an das Studium der Gesetzes Vorschriften heran und ernannten, um sich in den Lehren des Judentums unterrichten zu lassen, Isaac Aboab aus Amsterdam zu ihrem Chaoham. Allein die günstige Lage der Juden war nicht von langer Dauer. Die Herrschsucht und Habgier der westindischen Compagnie gaben häufig zu Verschwörungen Anlass, die aber rechtzeitig von den Juden entdeckt wurden 1). Die Unzufriedenheit unter der christlichen portugiesischen Bevölkerung liess nicht nach, die Geistlichen, die ihre ehemalige Macht zurückerobern wollten, schürten das Feuer, und, da die holländische Regierung keine Abhilfe schaffte, griff das unzufriedene *Volk“ zum Aufstande, um im Sturmlauf das verhasste Joch abzuschütteln. In kurzer Zeit waren viele blühende Städte zerstört׳, da selbst die ״Colonisten“ dem Rufe der Geistlichkeit folgten. Die Juden hingegen kämpften mit den Holländern Schulter au Schulter und verteidigten sich mit verzweifeltem Widerstande2). Die holländische Regierung legte zunächst der Erhebung keinerlei Bedeutung bei, denn der portugiesische Gesandte wiegte sie in Sicherheit. ״Die goldene Zeit der Diplomaten“ hatte bereits begonnen; zur selben Zeit, da der Gesandte der Regierung der Republik versicherte, dass die Aufständischen auf keine Unterstützung von Portugal zu hoffen hätten, riet er dem portugiesischen König, so heimlich wie möglieh die Empörer mit aller Energie zu unterstützen. Allein das ״diplomatische“ Benehmen des Gesandten und die Absichten der portugiesischen Minister gelangten zur Kenntnis der brasilianischen Juden und diese setzten durch Vermittelung ihrer Amsterdamer Glaubensgenossen die holländische Regierung in Kenntnis 3). Die Nachrichten trafen jedoch zu spät ein und die Niederländer mussten die blühende Colonie räumen. ג) v. Kämpen p. 118. 2) Ibid. p 120. 8) Ibid. p. 120. .. . ״Geheime Papiere, welche die Zwecke des ״Ministeriums verrieten, wurden von einem dortigen Juden seinen hollän- ״dischen Glaubensgenossen zugesandt und diese teilten sie der Regierung ״mitu.