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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 116

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 116)
Language
German
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IRI
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44 wurde er Vorsitzender des Rabbinatscollegiums und erteilte zugleich in der obersten Classe der Gemeinde-Schule den Talmudunterricht. Seine zahlreichen Werke, wie über die Unsterblichkeit der Seele und wider die Angriffe gegen das Judentum, sind nicht veröffentlicht worden. Ein viel bewegteres Leben als Morteira führte der dritte Chacham Isaac Aboab de Fonseca. Ihm blieb es Vorbehalten, seine Glaubensgenossen in der Kabbala zu unterrichten. Isaac Aboab ward 1605 in Castro Dayro (Portugal) geboren, wanderte 1612 aus Furcht vor der Inquisition mit seinen Eltern nach Amsterdam, wo er in der Schule des Isaac Uziel neben Menasse Ben Israel, mit dem er innig befreundet war, zum Prediger herangebildet wurde. Wenn er auch seinem Freunde an Gelehrsamkeit nachstand, so übertraf er ihn als Prediger, denn er war einer der vorzüglichsten Redner seiner Zeit. Im Jahre 1626 bekleidete man ihn mit der Würde eines Chacham der Gemeinde Beth Israel, die er auch nach der Vereinigung von 1639 beibehielt, bis er 1642 sein Amt niederlegte und einem Rufe nach Brasilien Folge leistete1). Während der Jahre 1632 und 1633 dehnten die Holländer ihren Machtbereich auch über den grössten Teil Brasiliens aus. Die Eroberung dieses Gebietes machte ihnen keine grosse Schwierigkeiten, denn die ״Colonisten“ bestanden aus Ketzern, Verbrechern und allerlei Gesindel, die unter der Misswirtschaft der portugiesischen Behörden ein kümmerliches Dasein fristeten, so dass sie die heranziehenden Holländer als ihre Befreier begrüssten. Ohne Zögern unterwarfen sie sich dem Sieger, zumal ihnen Gleichheit mit den Niederländern vor dem Gesetz, Sicherung des Eigentums, Religionsfreiheit etc. zugestanden wurde2). Die Neu-Christen in Pernambuco, welche die portugiesische Regierung in die Verbannung nach Brasilien geschickt hatte, machten insbesondre von der ihnen zugesicherten Religionsfreiheit Gebrauch, indem sie öffentlich zum Judentume zurückkehrten und eine Synagoge errichteten. Durch die steigende Zuwanderung unternehmungslustiger Amsterdamer Glaubensgenossen nahm die Mitgliederzahl 0 De Bardos, Tora Hör p. 21, Israelitische Letterbode 1875 Nr. 1. 2) v. Kämpen, Geschichte der Niederlande p. 80/81 11, B.

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