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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 98

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 98)
Language
German
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26 vierhundert Mitglieder umfasste und im Besitze eines Kapitals von 50000 6. war1). Die Yergrösserung der Gemeinden und die Vermehrung des Wohlstandes führten zur Bildung neuer Wohltätigkeitsanstalten. So errichteten 1625 David Pardo, S. L. Morteira und David Cohen Henriquez die Anstalt ״Chonen Dalim“ (Leiheasse), die für ihre armen Glaubensgenossen von unschätzbarem Werte war, indem sie ihnen die Gründung einer sicheren Existenz ermöglichte. Hier konnte jeder gegen Pfand auf bestimmte Zeit Geld erhalten, ohne dass er Zinsen zahlte. Bis zum Jahre 1639 gab es drei derartige Banken, die von den drei Gemeinden eine Subvention erhielten. Mit dem Zusammenschluss der drei Gemeinden wurden auch sie zu einer Bank verschmolzen2). Von Bedeutung war ferner die Vereinigung ״Gemiluth Chassadim“ (Verein für Totenbestattung), weil sie nach der Einigung zu neuen Zwistigkeiten Anlass gab. Als sie 1644 ihre Statuten aufstellte, erkläite sie sich für unabhängig von der Aufsicht der Parnassim (Vorsteher) und rief dadurch einen Konflikt hervor, der zum ersten Mal zwischen der aufstrebenden Macht der Vorsteher und einigen ehrgeizigen Männern ausgetragen wurde. Die Parnassim nahmen für sich das Recht in Anspruch, den Leiter des Vereins zu ernennen, und betrauten mit diesem Amte Abraham Aboab. Da aber zahlreiche Mitglieder dem Leiter kein Vertrauen schenkten, die Parnassim jedoch mit Hartnäckigkeit bei ihrem Entschlüsse verharrten, so verliessen diejenigen, die sich ihrem Machtspruche nicht fügen wollten, den Verein und gründeten einen neuen unter dem Namen ״Abi Jethomim“ (Vater der Waisen). Im Zusammenhang mit dieser Einrichtung stifteten sie ein Lehrhaus (1666), in welchem wöchentlich siebzehn Personen Vorträge halten sollten3). Neben diesen Stiftungen gab es noch eine ganze Reihe von gemeinnützigen Einrichtungen, die mehr oder weniger geeignet waren, das geistige und materielle Interesse zu fördern4). Alle diese Institutionen lassen den Wohlstand der Juden in Amsterdam deutlich erkennen. Bis sie aber zu dieser ge- נ) Fr. Mendes, Handschr. u. Gedicht, De ßarrios, Herniandad de los Huerfanos, Nieuw Isr. Weekblad 1872 Nr. 33. 2) Fr. Mendes, Handschrift, N. Israel. Weekblad 1870 No. 19. 8) N. Isr. Weekblad 1870 No. 19. 4) lieber die anderen Vereine siehe ״Amstelodamo“ Jahrg. 1.

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