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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 96

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 96)
Language
German
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24 fiir seine Pflicht hielt. Bis zu seinem Tode (1622) kämpfte der Ohacham Uziel mit Unerschrockenheit für die Verwirklichung seiner Pläne, obwohl diese Tätigkeit ihm keine Annehmlichkeiten bereitete. Da er den Ehrgeiz seiner Glaubensgenossen nicht mit Schmeicheleien befriedigte, sie vielmehr ohne Rücksichtnahme auf ihre Eigentümlichkeiten nach seinen religiösen Grundsätzen zu erziehen versuchte, verschaffte er sich freilich zahlreiche Gegner, aber zugleich bildete er eine Schule von ernsten Männern heran, welche nach dem Tode ihres Lehrers in seinem Sinne das unvollendete Werk fortsetzten. Aus seiner Schule gingen die Männer hervor, die das ganze Jahrhundert hindurch auf das Gemeindeleben segensreich gewirkt und es zu seiner Blüte gebracht haben. An die Stelle Uziels als Chacham der Gemeinde Newe Schalom trat einer seiner würdigsten Schüler: Menasse Ben Israel, der in der Geschichte seines Volkes noch eine wichtige Rolle spielen sollte. Den massgebendsten Einfluss besassen indessen die Gründer der ersten Gemeinde. Nach der Auswanderung des Jacob Tirado nach Palästina, wo er seine Ruhestätte fand, wirkte in Amsterdam nur noch der Dichter J. J. Belmonte, der 1629 vom Tode ereilt wurde. Sein Hinscheiden war für die Gemeinde ein schwerer Schlag, da er an dem Aufbau des Gemeinwesens den regsten Anteil nahm und bei den Behörden in hohem Ansehen stand. Mit dem Weggang dieses Mannes schwand die erste Generation, welche den Grundstein der Amsterdamer portugiesischen Gemeinde gelegt hatte. Die acht Söhne Belmontes setzten das Werk ihres Vaters fort, indem sie sich durch die Gründung nützlicher Anstalten auszeichneten. Nach der Rückkehr vom Leichenbegängnis Belmontes stiftete der Chacham Morteira zum Andenken an den Verstorbenen die erste Jeschiba (Schule) und schuf damit ein wichtige# Verbindungsmittel aller portugiesischen Juden1). Diese Anstalt war nach ihrem vollendeten Ausbau überhaupt eine der vorzüglichsten Schulen, die die Juden jemals gehabt haben. Der systematische Unterricht regte selbst manche deutschen Rabbiner 1) De Barrios, Resi Jokma, p. 159, Nieuw. Israel. Weekblad 1873 No. 26. lieber diese Schule nach ihrer gänzlichen Ausgestaltung siehe Sabb. Bass, Sifse Jeschenim, Vorrede. Freudenthal, Spinozas Leben S. 23, De Barrios, Arbol de las Vidas.

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