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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 81

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 81)
Language
German
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9 des Landes und der Erhebung des niederländischen Volkes wurden sie gleichfalls in Mitleidenschaft gezogen. Albas Schreckensregiment traf auch sie in erbarmungsloser Weise, indem an die Behörden der Befehl erging, die Güter und das Vermögen der Marranen einzuziehen und die Unglücklichen aufgefordert wurden, schleunigst das Land zu verlassen. Nicht nur für den Augenblick galt diese Ausweisung, durch ein ״ewiges Verbot“ sollten sie für alle Zeiten vom Lande ferngehalten werden1). Besonders hart wurden durch die Verfolgung die Juden in den nördlichen Provinzen getroffen. In ihrer verzweifelten Lage blieb ihnen kein anderer Ausweg übrig, als abermals auf die Wanderung zu gehen. Sie suchten ein Asyl in der Nähe und fanden ein solches in den südlichen Provinzen, wo ihre Glaubens- und Leidensgenossen, die dort eine Zufluchtsstätte gefunden hatten, hohes Ansehen genossen und sich in einer gesicherten Stellung befanden. Da die Vergangenheit der heimlichen Juden in den südlichen Gebieten den Behörden unbekannt war, so blieben sie vor den strengen Massnahmen Albas gegen die Neu-Christen bewahrt. Selbst diejenigen Juden, die aus dem Norden kamen, konnten sich unbeheiligt im Süden aufhalten. Zahlreiche Flüchtlinge Hessen sich namentlich in Antwerpen nieder, das wegen seines bedeutenden Handels ihnen manche Vorteile sicherte. Von hier aus unterstützten sie mit allen Kräften die Freiheitsbestrebungen der Niederländer. So versuchte ein spanischer Jude Michesius, der vor den Gefahren der Inquisition nach Antwerpen entflohen war und mit dem Sultan in Beziehung stand, dessen gefürchtete Macht für die Sache der niederländischen Freiheitskämpfer zu gewinnen. Wie es scheint, hat ihm auch der Sultan seine Unterstützung in Aussicht gestellt, indem er durch einen Angriff auf Spanien Philipps Aufmerksamkeit von den Niederlanden ablenken werde2). Mit aufmerksamen Blicken verfolgten die Neu-Christen die fortschrittliche Entwichlung der Dinge, denn die Sache, die hier ausgefochten wurde, *) Groot Gelders Placaet-Boek I. p. 442. 2) F. Strada, De bello Belgico, Rom 1653, Liber V pag 237: ״Pro- ״perarent in ea, quam fortiter inierant, conspiratione adversus Catholicos. ״Magna meditari Turcarum Principem in Christianum nomen, brevique ״Othomanicu armu adeo implicatum iri Philippum Hispania Regem, ut de «Belgu ne cogitaturus quidem sit.“

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