Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 73)
- Language
- German
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Geschichte der spanisch-portugiesischen Juden in Amsterdam im XVII. Jahrhundert. Von Dr. Salotnon Ullmann in Antwerpen. EINLEITUNG. Die Juden in Spanien und Portugal. Als die Mohammedaner ihre Herrschaft über Spanien aasbreiteteil, fanden sie daselbst bereits eine grosse Anzahl Juden vor, die in der letzten Zeit des Gotenregimentes Bedrückungen ausgesetzt waren1) und daher in den arabischen Eroberern ihre Befreier erblickten. Zwischen Juden und Arabern bildete sich geradezu ein freundschaftliches Verhältnis heraus. In dieser Zeit legten die Juden den Grund zu einem Reichtum, welcher es ihnen möglich machte, im christlichen Kastilien einen massgebenden Einfluss auszuüben. Unter dem Schutze des Islam hat die spanische Judenschaft ihren höchsten Blütestand erreicht. Mit dem siegreichen Vordringen der christlichen Staaten nahm jedoch das Glück der spanischen Juden allmählich ein Ende. Solange man freilich mit den Mohammedanern vollauf beschäftigt war, liess man den Juden ihre Privilegien sowie die selbständige Gerichtsbarkeit, sodass sie auch unter christlicher Herrschaft zunächst eine freie Genossenschaft bildeten. Dabei waren Rücksichten der Propaganda im Spiel, denn durch sehonungsvolle Behandlung dachte man, die Juden dem Christentum näher zu bringen. Viele nahmen in der Tat das Christentum äusserlich an und wurden dafür mit Aemtern und Würden belohnt. Einige *) Fr. Görres, das Judentum in Spanien von 611— 711, in der Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie, herausgegeben von Hilgenfeld, 1905, S. 353 fg. Jahrbuch J. L. 0. V, X