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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 456

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 456)
Language
German
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533 und seinen Schwiegersohn Serach den Kuschiten unter Assa (derselbe heisst ägyptisch Osorschon). Trotz der Unsicherheit der agyptischen Chronologie auch für die zwanzigste und einundzwanzigste Dynastie wandelt sich hier das Plus der Perserzeit in ein Minus um, das aber nicht mehr dem Seder Olam zur Last fällt, welches vielmehr unbewusst prophetisch das Odium auf sich genommen hat, um die Zahl 480 zu entlasten. Lepsius schlägt nämlich behufs Lösung des Widerspruches zwischen der 480 Jahre seit dem Auszuge aus Aegypten bis zur Erbauung des Tempels zählenden Angabe des Königs Salomo und der ägyptischen Chronologie vor, in dieser Zahl einer jener rätselhaft symbolisch-chronologischen Zahlen aus der ägyptischen Antike zu sehen, für welche wir einen Parallelismus in der biblischen Zahl 430 für den Aufenthalt der Juden in Aegypten haben, welche die Talnmdtradition aus der Thora selbst mit 210 in Einklang bringt. Es verlohnt sich, näher dararauf einzugehen. Lassen wir die Symbolik bei Seite, so finden wir die forschungsmässig festgestellte Tatsache, dass die zahllosen Widerspräche in der Dauer der einzelnen ägyptischen Dynastien darauf zurückzuführen sind, dass die Jahre nicht als chronologische, sondern als Personenjahre genommen werden müssen. Da nämlich der Krönprinz bei seiner Geburt zum Mitregenten ernannt wurde *) und diesem nach Ableben des Vaters die Z.)it der Mitregentschaft als volle Regierungszeit angerechnet wurde, so dehnten sich die Jahre einer Dynastie auf das Doppelte der wirklichen Zeit aus. Da die Pharaonen als Incarnation der Gottheit verehrt wurden, beginnt die Welt jedesmal mit der Geburt eines neuen Pharao wieder. Das kann als blosse Priestermarotte angesehen werden, aber wir kennen die antiken Denkweisen viel zu oberflächlich, um sie damit abzutun. Wir haben eine noch unerklärte Mischnah vor uns (Edujot 2, 9): ״R. Akiba sagt: Der Vater vererbt dem Sohne Schönheit, Kraft, Vermögen, Weisheit, Lebensdauer und die Zahl der Generationen nach rückwärts, darunter ist die geschichtliche Vorausbestimmung zu verstehen, wie Jesaja sagt: l) Vergl. Exod. 11, 5: ״ מבכר גרעה היושב ע?1 נסאוvom Erstgeborenen Pharaos» der (mit) auf seinem Throne sitzt“.

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