Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 455)
- Language
- German
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332 der angesehensten Autoritäten der Diaspora, bald nach den Gaonim, R. Serachia Halevi (um 1100), bezeichnet diese Sentenz im Baal hamaor zu Rosch haschanah 2 als unmassgebliche Ansicht einzelner Gelehrter, stellt die Verschiedenheit der Personen fest und ebenso die Tatsache, dass es mehrere Artaxerxes gegeben habe. Nun ist zwar die unantastbare Autorität des Talmuds in ritualgesetzlichen Entscheidungen, wie die berühmtesten und letzten Gaonim, R. Schcrira und sein Sohn R. Hai, in ihrem Sendschreiben bezeugen, keineswegs auf Fragen wie die vorliegende ausgedehnt, aber auch hier hat die Vorsehung die Söhne der Propheten auf merkwürdige Weise vor einem definitiven Irrtum behütet, insoferne die Zeitrechnung in Betracht kommt, bei weicher sie ihnen zur Kalenderbestimmung die Autorität eingeräumt hat: אשר תקראו אתם אל תקרי אתם אלא אר<ם, אתם אפילו שוגגים אתם אפילו מזירין אתם אפילו מוטעים. Da kommt nämlich die sonst wissenschaftlich so unbrauchbare ägyptische Chronologie in einem ihrer freiesten Forscher — Lepsius — dem Talmud zu Hilfe. In dem bodenlosen Chaos der ägyptischen Chronologie, das alle Forscher in Verzweiflung setzt, gibt es 2 feste Punkte: 1) Den astronomisch kontrollierten Eintritt der Sothisperiode (heiiakischer Aufgang des Sirius am ägyptischen Neujahrstage) unter Ramses II dem Grossen, unter dessen Sohn Menephta *), (im fünften Jahre seiner Regierung, 1814 v. d. gew. Zeitr. 2447 a. m.) Lepsius den Auszug Israels aus Aegypten setzt. Da dieses Datum bis auf ein Jahr mit der Chronologie des Patriarchen Hillel II, des Begründers des noch heute gütigen Kalendersystems (4120 360 d. g. Z.). stimmt und die ägyptische Chronologie ein Jahrtausend bis zur Seleucidenära ergibt, war Lepsius davon so überrascht, dass er Hillel Benützung ägyptischer Quellen zumutete. Lepsius scheint nicht gewusst zu haben, dass Seder Olam 200 Jahre vor Hillel dasselbe angibt. 2) Die unter Rechabeam erfolgte Invasion Palästinas durch Schischak (Scheschonk) den Aethiopen, Begründer der 22. Dynastie י) Spätere Aegyptologen wollen Merenptah lesen, aber Citri hat den Namen in Josua 15, 9 מעי[ מי כפתוח» die Quelle des Menephtah, nachgewiesen, bei Jerusalem — Urusillimmu, das vor Untergang der 19. Dynastie mit Menephtah eine ägyptische Dependenz war.