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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 408

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 408)
Language
German
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IRI
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285 י"*, Gemeinverständliche Beispiele werden diese Behauptung* erhärten. ITalevy fragt nach der Abfassungszeit der Mischnah. Man sagt, Rabbi Jehuda Hanassi hat die Mischnah am Ende des 2. Jahrhunderts geordnet. Doch Halevy geht weiter, er dringt tiefer: Woher hatte der Redaktor sein Material? Er verlässt sich nicht auf eine blosse historische Angabe, er prüft die Quelle selbst. Er fragt die Mischnah seihst. In der Mischnah wird sehr häufig als kleinste Münze die Pernta (פרוטה) genannt. Nach der Mischnah zu urteilen, ist sie eine geläufige Scheide־ münze. Wie aber kommt es, dass der Yater des Redaktors der Mischnah schon nicht mehr weiss, was denn eigentlich unter der ״Peruta, von der die AVeisen gesprochen“, zu verstehen ist? Hier setzt Halevys kritischer Blick ein. Also — ist die Mischnah nicht das Werk Rabbis, sondern ein uraltes Werk, über welches der Vater des Redaktors der Mischnah, Rabbi Simon ben Gamliel, ein grosser Kenner des jüdischen Altertums, bereits archäologische Forschungen anstellt. Doch dabei bleibt der kühne Forscher nicht stehen. Er geht noch weiter. Wir erfahren gelegentlich, dass von Beginn des zweiten Tempels bis zur Redaktion der Mischnah drei Hohlmasse im Gebrauch waren. Zuerst war das sogenannte Wüstenmass (מדה מדבריה) üblich. In der Zeit Hilleis und Schammais war dasselbe schon durch das jerusalemitische Mass (מדד. ירושלמית) und in den Zeiten des Rabbi Jose, eines Lehrers von Rabbi, dem Redaktor der Mischnah, war dieses bereits wieder durch das sepphoritische Mass (מדד. צפורית) verdrängt. Und welches Mass kennt die Mischnah? — Das Wüstenmass. Also hier haben wir einen klassischen Beweis dafür, dass die Mischnah schon vor Hillel und Schammai existiert hat. Wir gehen noch einen Schritt weiter: Neben den biblisch begründeten Halachot finden wir auch solche erwähnt, welche in sopherischenEinrichtungen(ons^ דברי) ihren Grund haben. Sehen wir jetzt von den Einrichtungen ab, von denen uns der Autor selbst genannt wird (wie z. B. die Einrichtungen des R. Jochanan ben Sakkai u. a.), so finden wir, dass die rabbinisehen Halachot, welche zum teil schon aus ältester biblischer Zeit herstammen, nur aus der Zeit bis auf die Männer der grossen Synagoge in der Mischnab mitgeteilt werden. Die späteren Einrichtungen finden sich 01)110 Autor nicht in der Mischnah. Dies beweist

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