Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 368)
- Language
- German
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245 schliesslich zu Hiob. Auch der unter dem Namen von liasehi gehende Commentar zur Chronik weist vieles von Joseph Kara auf. Die Merkmale zur Beurteilung der Originalität sind der Kara eigentümliche Stil, die Citierungen von gewissen Autoren und die Stellung zur midrasehischen Deutung. Diese ist es meines Erachtens, welche Joseph Karas Commentaren das eigentliehe Gepräge verleiht, und worin er im Gegensatz nicht nur zu Kaschi steht, sondern auch zu seinem Oheim und eigentlichen Lehrer Menachem b. Chelbo. Wie sehr dieser auch dem Pschat .Rechnung zu tragen bemüht ist, so verleugnet sich doch bei ihm nicht der Einfluss, den auf ihn sein Aufenthalt in der Provence geübt hat, wo er zu der Schule des ß. Mosche Hadarschan in Beziehungen stand1). Denn mehrfach sind Menachems Erklärungen teils den Midraschim selbst entnommen, teils sind sie in deren Geist gehalten 2). Noch inniger sind ja Raschis Be- Ziehungen zum Drasch; denn, obwohl auch er diesen nicht zur Alleinherrschaft kommen lassen will, benützt er ihn doch sehr oft stillschweigend3). Anders Joseph Kara. Wohl zitiert er oft und in breiter Ausführlichkeit die Midraschim, aber fast nie, ohne vorher oder nachher seine eigene Ansicht zu äussern, und dort, wo er diese besonders zur Geltung bringen will, findet er sehr energische, z. t. auch harte Worte gegen die nicht dem Sinn entsprechende Anwendung des Drasch auf das Schriftwort. Einige besonders markante Stellen seien hier hervorgehoben, die sich teilweise im Commentar zum Buche der Richter, teilweise in demjenigen zu Samuel finden. Zu Ri. 5, 44) spricht er seine Verwunderung darüber aus, dass die midraschische Auslegung in diesem Vers eine Beziehung auf die Vorgänge bei der Gesetzgebung suchen will. Zu I Sam. 1, 17 kommt Kara gelegentlich der falschen Auffassung von יתן im Sinne von: Gott möge geben, anstatt: Gott wird geben, auf die midraschische Deutung von V. 23 zu sprechen und lässt sich folgendermassen vernehmen5): ״Wisse, *) Vgl. Poznanski 1. c. p. 6. *) Vgl. ibid. p. 14 und in den Noten zu Menachems Erklärungen. 3) Vgl. über Raschis Verhältnis zur Agada zuletzt Berliner, Beiträge zur Geschichte der Raschicommentare, Berlin 1893, p. 26—27. A) Vgl. hebräische Abteilung p. 6. h) אך דע לך בשנבתבת הנבואה שלימה נכתבה עם פתרונה זבל הצורך שלא יבשלו בד. דורות הבאיש וממקומו אין הסר בלום ואין צריך להביא ראיה ממקוש אחר ולא מדרש כי תודה תמימה ניתנה תט מה נבתבה ־> ’.־! י־,: וי*