Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 366)
- Language
- German
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- Helbo 2× ep/1004843
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243 hat Epstein gründlich widerlegt1). Sein eigentlicher Lehrer war sein Oheim väterlicherseits Menachem b. Chelbo, dessen Unterrieht er in sehr intensiver Weise genossen haben muss2). Joseph war gewissermassen der Fortsetzer der Tätigkeit seines Meisters. Wie dieser liess auch er sich angelegen sein, die Kenntnis der Bibel zu verbreiten. Menachem, der, wie die ihm öfters zugelegte Bezeichnung הזקן beweist, sich hohen Ansehens erfreute, scheint Vorträge über die prophetischen Bücher gehalten zu haben3). Sein Neffe Joseph hingegen hatte nach meiner Vermutung den Beruf eines Lehrers der Bibel erwählt, und aus den von ihm zu Unterrichtszwecken angelegten Notizen mögen seine Commentare entstanden sein. Hieraus dürfte sich die Bezeiehnung קרא erklären lassen4)• Die ganze Anlage der Commentare, das Lehrhafte des Tones, der Umstand, dass er sich nicht mit der Uebersetzung der einzelnen Worte ins Französische begnügte, sondern ganze Wendungen überträgt, die Weitschweifigkeit im Gegensatz zu Baschis Kürze und die öfteren Wiederholungen der von ihm aufgestellten Kegeln — ״Wege der Schriftנודבות ״ הקרייד. nennt er sie5) —lassen die Vermutungaussprechen, dass sie ihre Entstehung der beruflichen Tätigkeit Josephs als Lehrer der Bibelkunde verdanken. 1) Vgl. Hachoker I p. 85-93, 126-134. 2) Darauf deuten Wendungen, wie: כך מוקבלני מר׳ מגהם, ב?5 ימי?5מדני; vgl. Poznanski in der Studie über Menachem b. Chelbo p. 10. 3) Vgl. die Mitteilungen Joseph Karas, bei Poznanski 1. c. p. 19 zu Ri. 2, 15—16 : ועל פרשה זו היה מזהיר ד' מנחם - ב״ר חלבז אהי אבא את כל העימ-ים לפניו ושומעים את דברי, ferner p. 24 zu 1 Kön. 8, 32: היה מפרש על כל אדם מקרא זת. ln ZfHB VIII 68 gab ich der Vermutung Ausdruck, dass Menachem moralische Vorträge gehalten hat. 4) Wir finden im Talmud für den Lehrer die Bezeichnung מקרי, in der Zusammensetzung מקרי דרדקי. Die von Geiger, Jellinek, Einstein und zuletzt von Epstein in seiner Abhandlung: ר׳ יוסף קרא והפי׳ לבראשית רבה המיוחס לרש״י in Fuchs’ Hachoker I p. 31 gegebene Erklärung als öffentlichen Bibelvorleser oder Erklärer nach dem Pschat, im Gegensatz zum דרשן, kann ich nicht als befriedigend ansehen. Im ersteren Sinn müsste es ק1רא heissen. Der Hinweis von Epstein auf Pesikta, ed. Buber, p. 165b, wo קראים im Gegensatz zu דרשנים steht, ist nicht ausschlaggebend, da es dort auch nur Wortführer bedeutet. 5) Sie sind zusammengestellt von Littmann 1. c. p. 16—19,