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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 362

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 362)
Language
German
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239 Meister auf diesem Arbeitsfeld. Standen ihnen auch nicht die Hilfsmittel zur Verfügung wie den Bibelerklärern Spaniens, so haben sie doch mit ihrem scharf eindringenden Blick den rechten Wortsinn in oft genialer Weise ermittelt und uns das Verständnis der heiligen Schrift erschlossen. Es kann demnach als ein Zeichen des Gefühls der Ueberlegenheit seitens der spanischen Gelehrten angesehen werden, wenn Abraham ihn Daud in seinem Geschichtswerk Sefer Hakabbala von den Gelehrten Nordfrank־ reichs als ihm nur von Hörensagen bekannt spricht und nur B. Jacob Tarn erwähnt1). Vor allen ist hier wohl der unerreichte, für alle Zeiten volkstümliche Basch i zu nennen, dessen Bedeutung vielfache Veröffentlichungen im verflossenen Jahr anlässlich der 800. Wiederkehr seines Todestages uns wiederum vor Augen führten. Tndes steht auch dieser auf den Schultern von Vorgängern. Wer die ersten Exegeten in Nordfrankreich und dem mit ihm in literarischer Beziehung aufs engste zusam menhängen den Westdeutschland waren, wissen wir nicht. Bekannt ist uns nur, dass B. Leontin, der Lehrer des B. Gerschom, einen der Mystik und dem Zahlenspiel Bechnung tragenden Bibelcommentar verfasst hat2). Es werden allerdings von dem später zu nennenden Joseph Kara Bibelerklärer genannt, deren Namen wir aber nicht wissen. In Nordfrankreich war es vor allen B. Menachem b. Chelbo, der sich angelegentlich mit der Sehriftauslegung beschäftigte, und den auch Baschi selbst zitiert3). Dieser, der wohl eine Zeitlang auch in Südfrankreich sich aufhielt, war gewissermassen ein berufsmässiger Erklärer der prophetischen Schriften und der Hagiographen, während von Baschis Werken vornehmlich der Pentateuchcommentar als Zeugnis seines eindringenden Strebens betrachtet werden kann. Des letzteren Werk wurde von seinen genialen und bedeutenden Töchtersöhnen, O Vgl. das genannte Werk, ed. Neubauer, in Mediaeval )ewish Chronicles 1, Oxford 1887, p. 78. 2) Vgl. hierüber ). Levi in RdEJ Bd. 49, p. 230 43. 3) Diesen Autor hat zuletzt in einer vortrefflichen und gründlichen Abhandlung S. Pcznanski behandelt unter dem Titel פתריבי ד׳ סבהם ב- חלבו *נתבי הקיש, Warschau 1904, wo sämtliche bis dahin bekannte Bibel- und Machsorerklärungen Menachems zusammengestellt sind und eine ausführliche Einleitung alles Wissenswerte über ihn bietet.

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