Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 334

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 334)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3486266-3486273--1460-3487822
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

_2t 1_ doch auch nicht die Pflichten, die er mit seinem Amte auch den breiteren Schichten des Volkes und zunächst seiner grossen Gemeinde gegenüber übernommen hatte. Im Gegensätze zu seinem Lehrer Rabba und anderen Zeitgenossen, die, wie z. B. R. Safra, fast ausschliesslich dem Studium der Halacha lebten, widmete sich Raba mit grossem Eifer auch der Volksbelehrung. Insbesondere scheint er die populären Vorträge an den Sabbath-Nachmittagen gepflegt zu haben, da er diesen zumeist Schriftverse aus den Hagiographen zu Grunde gelegt, welch letztere in einzelnen Gemeinden, wie vorher in Nehardea, zur Verlesung gebracht wurden 1)- Baba ist auch der einzige unter den babylonischen Amoräern, von welchem fortlaufende Erklärungen zu einzelnen Teilen der Bibel auf uns gekommen sind und es hat wohl — vielleicht Rah ausgenommen — kein zweiter Babylonier die haggadische Literatur in dem Masse bereichert wie erf). Zu den Amts-Agenden des Gemeinde-Oberhauptes gehörte in der Regel auch die Leitung des Armenamtes, welches zur Zeit Rabas an seine Funktionäre erhöhte Ansprüche stellte. In den letzten Jahren seines Lebens hatte der politische Sturm, der über Palästina dahingebraust, über die dortigen Glaubensgenossen eine furchtbare Katastrophe heraufbeschworen. Es scheint, dass Raba, als geistiger Führer der babylonischen Juden, von den schwerbedrängten palästinensischen Glaubensbrüdern geheime Mitteilungen erhielt. Wenn nicht alles täuscht, ist uns noch eine solche, allerdings in sehr verstümmelter Form, erhalten geblieben. In dieser wird berichtet, dass zwei Sendboten aus Tiberias, die mit den Unruhen in Beziehung gestanden, von den Römern gefangen genommen wurden. Dieses Schreiben enthielt auch die Botschaft, dass infolge des Verbotes der Römer, den Jahreskalender zu bestimmen, die Einschaltung eines Monates ausnahmsweise schon im Monate Ab und im geheimen vorgenommen wurde 3)־ 1) Vgl. Bacher, Agada der babylonischen Amoräer, S. 117 und 118 Anm. 16—21, der mit Recht darauf hinweist, dass Raba seine Auslegungen zum grossen Teile auf Psalmen, Spruche und Hiob bezieht. Ueber diese Sitte in Nehardea vgl. noch Sabbath 116b, Rappaport, Erech Millin S. 170, Berliner, Beiträge zur Geographie und Ethnogr. Babyloniens im Midrasch und Talmud S. 50. 2) S. Megilla 10b bis 17a und Bacher das. S. 119. 3) Sanhedrin 12a זוג בא מרקת ובידם דברים הנעשים בלוז . Wenn nicht Ursprung-!ich לוד gestanden, so wollte man in der Geheimschrift offenbar mit לדז die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.