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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 330

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 330)
Language
German
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IRI
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207 nicht hoch genug anzuschlagende Umstand, dass zu den von Raba überlieferten Traditionen im Talmud auch nicht eine einzige Variante, weder eine sachlich noch eine formell abweichende Leseart vorliegt1). Dies will viel, sehr viel sagen. Es zeugt von einem Vertrauen, wie man es nicht einmal R. Aschi, dem grossen Schlussredaktor, entgegengebracht hat. Wodurch Raba dieses Vertrauen errungen, wird nicht berichtet. Vermutlich aber dadurch, dass er bei seinem Studiengange nach dem von ihm hochgehaltenen Grundsätze R. Hunas gehandelt: ״Lieber wenig und gründlich, als viel und unsystematisch“. Als Lehrer bedauerte er es, dass seine Jünger diese Regel ausser acht Hessen. ״Die Gesetzeslehrer kennen den Grundsatz R. Hunas, — klagt er — und sündigen dagegen2)“. Bei der redaktionellen Tätigkeit erfreute sich Raba der Mithilfe einer grossen Anzahl gelehrter Männer, vor allem der seines greisen Collegen, der gleich ihm gründliche Kenntnisse über das Vielwissen gestellt, desR. Nachman b. Isak. Diesem fiel als Resch Kalla, als Vorstand der Gelehrten Versammlung in den Monaten Elul und Adar, die Aufgabe zu, den Lehrstoff zu ordnen und mit den Schülern zu wiederholen, insbesondere für die einheitliehe und richtige Widergabe desselben durch mnemotechnische oder andere geeignete Hilfsmittel zu sorgen3). Ohne Zweifel wurden auch kurze schriftliche Notizen gemacht, die aber nur Andeutungen, vielleicht auch die Mnemotechnica, enthielten. So wurde der Kürze halber, um ein Beispiel anzuführen, nur der Traktat angegeben, in welchem der eine oder andere Amora Ueberlieferungen gefunden, die mit der im Lehrhause verhandelten Lehre im Widerspruche standen4). Man überliess es der Koni- 1) Levy, Interpret, des palästinensischen Trakt. Nesikin, S.7. Anm. 1. 2) Aboda sara 19a. 3) Ueber R. Nachman b. I. siehe weiter unten. 4) Vgl. Baba mez. 10. Abaji sagt: ״R. Chi ja b. Josef fragt ״Peah“ Raba sagt, R. Jacob b. Idi fragt ״Nesikin“. Bei der Schlussredaktion wurden dann die Traditionen aus den angeführten Traktaten in den Talmud aufgenommen. Wahrscheinlich hat die erste Redaktion auch bei den Baraitas, die als Beweise für die Ansichten der Amoräer angeführt werden, nur das Vorhandensein solcher mit!תניא מותיד angedeutet. Die Schlussredaktion hat diese dann in extenso aufgenommen. Daher so oft die Wiederholung תניא בוותית דרב תניא םותיה דשמואל׳תניא כמתיה דרב\ Pesach. 28a, 29b; )oma 4a, 20b, 24b, 64b; Berachoth 24b, 26b u, a. St.

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