Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 287)
- Language
- German
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164 4. Da nun der עם הארץ in Bezug auf קדש, wie wir gesehen haben, ein weit ausgedehnteres Vertrauen geniesst als in Bezug auf תרומה, stellt unsere Mischna das Problem auf, wie sich die Sache gestaltet, wenn er (der תרומה (עם הארץ und קדש in einem Gefässe vereinigt dem כהן bringt. Es entsteht nämlich die Frage, ob hier die leichtere Praxis von קדש oder die rigorosere von תרומה geübt wird. Die Mischna unterscheidet zwei Fälle: ״ .אם אמר הפרשתי לתוכו רביעית קדשWenn er sagt, ich habe bereits von diesem Fasse ein Rebiith als קדש, d. h. als Opferspende, bestimmt, so geniesst er auch in Bezug auf die darin befindliche תרומה unbedingt Vertrauen und der Priester darf sie wie reine Theruma geniessen. Der andere Fall, — sagen wir der Deutlichkeit wegen Fall B, während der obige als Fall A gelten mag, — lautet: כדי יין וכדי שמן ״ .המדומעות וכרWenn er Wein oder Oelkrüge bringt, von denen er behauptet, sie seien מדומעות, d. h. nach der Ausführung der Gemara 25b, er hätte sie unter Beobachtung der ReinheitsVorschriften für קדש hergestellt, um eventuell auch Opferspenden denselben entnehmen zu können, so erstreckt sich seine Vertrauenswürdigkeit nicht wie im Falle A auf das ganze Jahr, sondern nur auf die Zeit des Weinkelterns und Oelpressens sowie auf die ihr vorangehenden 70 Tage, weil man 70 Tage vorher die Gefässe zu reinigen und auch levitisch rein zu halten pflegte. Vgl. zu dieser Auseinandersetzung die Tossaphot 25b ד״ה בממהר und Maimonides 4 ,11 ה׳ מטמאי משכב und 5, die eine etwas abweichende, im wesentlichen gleiche Darstellung geben. 5. Zum Fall A von הפרשתי לתוכו רביעית קדש bemerkt Raschi: רביעית לוג שמן Was Raschi hier mit besonderer Absicht hervorhebt, bedarf einer eingehenden Erklärung; seine Bemerkung ist für den ersten Anblick ganz auffallend. Man vergegenwärtige sich, dass die Mischna hier ausdrücklich sagt, der Am־haarez bringt dem Kohen einen Krug Wein, der Theruma ist; wie kommt nun in den Weinkrug ein Viertel Log Oel, wie Raschi kommentiert? Und andererseits muss ja Raschi selbst angenommen haben, wie es der klare Wortlaut der Mischna lehrt, dass er ihm einen Krug mit Wein als תרומה bringt, denn sonst hätte er ja das Wörtchen שמן nicht hinzugefügt.