Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 282)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/2781487
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159 (שתיקה כהודאה דמיא) seine Geltung hat, wie durfte R. Sime zu einer Ansicht, die nach seiner Meinung nicht der Wahrheit entsprach, schweigen und dadurch den Schein der Zustimmung erwecken? Daraus haben nun die Tossaphoth geschlossen, dass es in einem solchen Fall gestattet sein müsse zu schweigen, wenn eine öffentliche Diskussion dem Ansehen des Lehrers nachteilig sein könnte. Daraus ist nun die Sentenz der פ״ת, die ja stets nur die Quintessenz der ganzen Erörterung in knappen Worten zu geben pflegen, geflossen, dass der Talmid Chacham seinem Collegen unter den gegebenen Verhältnissen sogar על השקר, d. h. zu dem, was nach seiner Meinung unrichtig ist, durch sein Schweigenzustimmen, d. h. den Schein der Uebereinstimmung erwecken darf. Für die Berechtigung eines solchen Verfahrens spricht sich übrigens der Talmud an anderer Stelle ganz deutlich aus. Moed Katan 5a wird von einem Schüler des R. Jannai erzählt, dass er an gewöhnlichen Tagen mit seinen Einwänden und Fragen gegen die Ansichten des Lehrers nicht zurückhielt, am Sabbath vor dem Feste, an dem gewöhnlich grosser Zuspruch bei den Vorträgen war, sich jedoch Reserve auferlegte und sich schweigend verhielt Von R. Jannai wurde dies Verfahren gelobt und hierauf der Psalmvers 50, 23 angewendet. Der Talmud zitiert hierbei die zweite Hälfte des Verses: ושם דרך וכר und es fragt sich, welche Beziehung hat dieser Satz zu dem Verhalten des Schülers, wo ist in demselben ein Hinweis darauf zu finden? Raschi oder der Kommentator, der an dessen Stelle steht, meint, der Hinweis liege in den Worten ושם דרך, welche nach dem vorausgegangenen אל תקרי wie ושם mit שי״ן ימנית zu lesen wären. Der Sinn wäre demnach: Wer seinen Weg abschätzt, sein Verhalten je * nach den Umständen berechnet, zu reden und zu schweigen weiss, wie es die Verhältnisse erfordern, den werde ich das göttliche Heil schauen lassen. Nach dieser Auffassung sollte man jedoch erwarten, dass das אל תקרי auch hier wiederholt wird, wie es die ständige Gepflogenheit im Talmud ist. Ich glaube daher nicht irre zu gehen, wenn ich annehme, die Anspielung liege in der ersten Hälfte des Verses זובח תודה יכבדנני. Ursprünglich und in erster Linie heisst ״ תודהGeständnis“ (vgl. Josua 7, 19; Esra 10, 11) wie das