Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 280)
- Language
- German
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157 geltend, dass eine solche Unterscheidung wohl biblisch-hebräisch sei, dass aber dergleichen im Talmud sich nicht linde. Abgesehen davon, dass ein solcher Einwand noch nicht geeignet ist, diese Erklärung zu widerlegen, ist hier der grosse ברן und Beherrscher des ganzen Talmudgebietes von seinem Gedächtnis im Stiche gelassen worden. Die Unterscheidung zwischen רעיא und פיטומא findet sich B. Mezia 28 b; Beza 38a unterscheidet Samuel zwischen שור של פטם und שור של רועה, statt רועה lesen R. Chananel und Me'iri רעי, vgl. des letzteren Erklärung z. St. Hier hätten wir dieselbe Unterscheidung wie in unserer Mischna. Es ist nicht zu verkennen, dass die alte gewöhnliche Erklärung in dem Wortlaut unserer Mischna eine Stütze hat, denn es heisst מפני הרעי und nicht מלפני הרעי, wie man nach Analogie von מלפני הפטם erwarten sollte. Dagegen lassen sich die von der Gemara daselbst angeführten Worte der Tossefta אהד זה ואהה זה אין מסלקין ונר nicht ohne Zwang nach Raschi erklären, weil die Objekte גריפת אבוס und תבן in der Mischna nicht genannt sind, während sie nach ר״ה sich ganz von selbst auf die vorausgegangenen פטם und רעי beziehen. Zu unserer Mischna ist auch zu vergleichen die Mischna Pesachim 55b נורפץ מתחת ובר. Die Resümierung der Halacha in den פסקי הראייש scheint ebenfalls für die Auffassung des R. Chananel zu sprechen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass Maimonides, der in seinem Mischnakommentar der Ansicht Raschis folgt, in seinem Codex Hilchoth Schabbath XXVI, 19 der anderen Auffassung sich zugeneigt hat. Es spricht mancherlei dafü»*, dessen Erörterung hier zu weit führen würde. R. Nissim in seinem Mafteach hat im Jeruschalmi eine etwas veränderte Lesart, sie spricht jedoch ebenfalls mehr für unsere Auffassung als für die des Kommentators im Jeruschalmi. Die oben erwähnte Stelle in Luzzattos Briefwechsel bofindet sich S. 548 ed. Gräber und ist an Schor gerichtet. L. macht gegen diese Erklärung verschiedene Einwendungen, die aber m. E. nicht geeignet sind, diesen einleuchtenden פשט zu widerlegen 1). ו) Das Manuskript war bereits in den Händen der Redaktion, als mich Herr Dr. Baniberger-Hanau auf einen Aufsatz in der Revue des etudes