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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 275

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 275)
Language
German
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IRI
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152 Schülern über seltene hebräische Worte, deren Bedeutung ihnen unbekannt war, Aufschluss gab, Megilla 10a und sonst. Die Sprache des Lehrhauses blieb jedoch noch immer, besonders in Palästina, das Hebräische, das sehen wir an den Mischnajoth, die sämtlich hebräisch sind bis auf vereinzelte Auszüge aus den Dokumenten, die in der Volkssprache angeführt werden. Die Mischnasprache macht jedoch bereits den Eindruck, dass sie nicht mehr Volks-, sondern Gelehrtensprache ist, dass sie nicht mehr aus dem lebendigen Borne der natlirliehen Gestaltung des Wortschatzes schöpft, sondern die ihr fehlenden Bildungen künstlich schafft. Zu diesen künstlichen Bildungen in der Mischnasprache gehört auch die eigentümliche Erscheinung, dass sie viele Ausdrücke aus dem aramäischen Sprachschätze ins Hebräische überträgt, d. 11. wörtlich übersetzt, ohne Rücksicht darauf, ob denn dieser Ausdruck beim Leben der Sprache auch in diesem Sinne gebraucht wurde. Sie entlehnt sogar neue Ausdrücke der Volkssprache für Dinge, die ihre eigene Bezeichnung in der alten Sprache hatten, nur um ihre Ausdrücke dem jetzigen Sprachbewusstsein näher zu bringen, eine Erscheinung, die sich bei jeder Gelehrtensprache zeigt. Statt aller Erklärung will ich ein Beispiel anführen. In der Mischna Kelim 24, 16 findet sich der Ausdruck יוצאת חוץ für זונה; vgl. Maimonides z. St. Warum wird hier ein so ungewöhnlicher Ausdruck gewählt, wo doch das gut hebräische Wort nahe genug, liegt? Das oben Gesagte erklärt uns diese sonderbare Erscheinung. נפקת גרא ist der aramäische Ausdruck für זונה, Targum Onkeios zu 1 M. 34, 31. Nun wollten die Lehrer dem Volke verständlich bleiben und sich den ihm geläufigen Ausdrücken anschliessen, andererseits aber die heilige Sprache nicht aufgeben, sie bildeten daher ein neues hebräisches Wort und übersetzten נפקת ברא durch das wörtlich entsprechende יוצאת חוץ. Ebenso scheint mir der Ausdruck זכר״ם für ״Widder*, Rosch haschana 26b, nichts weiter als eine solche Uebertragung aus dem Aramäischen zu sein, denn hebräisch heissen sie אילים. Dass אור am Anfang von Pesachim für ״Nacht“ gebraucht wird, bliebe trotz aller Erklärungen, wie Euphemismus und dergleichen, unbegreiflich, wenn wir nicht noch hinzunehmen, dass אורתא aramänisch ״Abend“ bedeutet und אור

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