Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 267)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3486266-3486273--1393-3487755- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
144 Ilior ist die Bede von dem Rechte des Arbeitgebers, sich andere Arbeiter, wenn auch mit höherem Taglohn, zu mieten, wenn die Arbeiten keinen Aufschub dulden und die von ihm vorher gemieteten Arbeiter ihn im Stiche gelassen haben. Unsere Mischna bestimmt darüber folgendes. ״Wenn jemand einen Eseltreiber oder einen Kärrner mietet, um פרייפרץ oder Flöten für einen Braut- oder Leichenzug zu bringen, oder Arbeiter mietet, um den Flachs aus der Wasserröste zu nehmen, sowie jede andere Sache, bei der ein Verlust durch Verzögerung entstehen kann, so dass sie keinen Aufschub duldet, und die gemieteten Taglöhner die Arbeit nicht leisten wollen, so darf der Arbeitgeber auf ihre Kosten andere Arbeiter um höheren Lohn mieten“ d. h. indem die Mehrkosten den vertagsbrüchigen Arbeitern zur Last fallen. Das Wort פרייפרין bedeutet nach Baschi ״glatte, polierte Stangen“, wie sie zu einem Brauthimmel verwendet zu werden pflegen. Nach Aruch ist es so viel als אפריון, welches Wort er s. v. mit ״Sänfte" erklärt. Nach Mussafia bezeichnet es ein Musikinstrument, gleich dem danebenstehenden הלילין, und ist vom griechischen 7reQ1(f8Qr]q abzuleiten; nämlich ein rundes, gewundenes Musikinstrument, etwa eine Trompete. Dem Sinn nach wäre gegen diese letztere Erklärung nichts einzuwenden; wie steht es aber mit der Etymologie und Bedeutung des Wortes? Das angeführte griechische Wort bezeichnet wohl einen runden Gegenstand, lässt aber in der Bestimmung desselben die Wahl zwischen den zahllosen Gegenständen, denen dieses Prädikat zukommt. Für die Erklärung Baschis oder des Aruch findet sich auch kein anderer Anhaltspunkt als, dass ihre Erklärungen aus dem Zusammenhang der Mischna geschöpft sind, weil eine Sänfte oder ein Baldachin zu einem Brautzuge gehören. Eine andere Erklärung ergibt sich aus der Lesart des Jeruschalmi. Dort lautet unser Text also: שיר את החמר ואת הקרר פרייא פרין ותליילץ ונר׳. Hier ist das Wort להביא, das im Mischnatext des Babli steht, weggelassen. Es ist also hier nicht die Bede von dem Bringen der פרייא פרין, sondern von dem Mieten derselben und sie sind in dieser Beziehung gleichgestellt dem