Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 264)
- Language
- German
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Sprachliches und Sachliches aus dem Talmuds Von Rabbiner Dr. H. Ehrentreu in München. I. In! Jahrbuch III S. 214 beleuchtete ich die Redensart א״כ מד. בין לי ולך , die R. Jannai seinem Schüler R. Jochanan und die dieser seinem Schüler Jse gegenüber gebraucht. Die Yeranlassung war dort, dass der Schüler an den Lehrer eine Anfrage richtet und, nachdem er Bescheid erhalten hat, eine Mischnaoder Baraitha anführt, die anders entscheidet. Etwas anders liegt der Fall, wenn der Lehrer eine Meinung kundgibt und der Schüler darauf entgegnet : לאו משנתינו היא זד ״du sagst uns da nichts Neues, es steht ja schon in der Mischna“. ln Jebamoth 92b und Makkoth 21b gebraucht R. Jochanan diese Redensart gegenüber R. Jannai und in B. Mezia 17b R. Chijja b. Abba gegenüber R. Jochanan. In allen drei Fällen antwortet der Lehrer: ״ אי לאו דדלאי לך הפפא מי משבהת מרגניתא תותיהWenn ich dir nicht eine Scherbe heraufgeholt hätte, würdest du die Perle darunter gefunden haben?״ d. h. erst nachdem ich dir die Halacha mitgeteilt habe, bist du auf den Gedanken gekommen, dass sie in der Mischna bereits enthalten sei, ohne meine Anregung hättest du es nicht gefunden. Ich habe dir eine Scherbe heraufgeholt und du hast dann die Perle darunter gefunden. Zu den Erfordernissen eines Gleichnisses gehört es, dass es der Wirklichkeit entspreche. Da müssen wir nun fragen, *■) Einige der folgenden Erklärungen sind vor mehr als zwei Dezennien in zerstreuten Aufsätzen im ״Israelit“ erschienen. Für die Wiederholung darf der Grundsatz בשביל דבר שנתחדש בה נשנה geltend gemacht werden.