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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 261

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 261)
Language
German
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IRI
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138 trauen der Bömer zuzog, erspäht der scharfe Blick Halevys in einer vielsagenden Bemerkung desJosephus im ״Jüdischen Krieg“ I, 21, 12. Nachdem dort von der Erbauung Cäsareas und der Ausschmückung vieler griechischer Städte erzählt ist, heisst es : ״Was übrigens seine Freigebigkeit am meisten hinderte, war die Furcht, dadurch Neid zu erregen und in den Verdacht zu geraten, als ob er, indem er den Städten grössere Wohltaten erwies wie ihre eigenen Gebieter, weiter ausschauende Pläne verfolge.“ Wer vornehmlich unter den Gebietern der von Herodes bedachten fremden Städte gemeint ist, liegt auf der Hand und man glaubt aus diesem Satze das donnernde Halt herauszuhören, das von Born aus den Umtrieben des Tyrannen von Judaea entgegenschallte. Es erübrigt noch, einen Blick auf die damalige Weltlage zu werfen, um zu erörtern, ob denn die Ereichung der gewaltigen Ziele des Herodes im Bereich der Möglichkeit lag, und ob es denn Beispiele gab, die einen ehrgeizigen Menschen zu solchen Versuchen locken konnten. Wer mit den Zeitverhält־ nissen nicht vertraut ist, dem erscheint Herodes, was seine zahllosen Verwandtenmorde betriffr, als ein Ungeheuer, dessen grausame Regungen von keinem seiner Zeitgenossen geteilt werden. Aus einer viel späteren Zeit kennen wir solche Beispiele, es ist die Epoche der italienischen Renaissance, eine Zeit, deren blutige Helden Aehnlichkeiten genug aufweisen mit den Fürsten des griechischen Orients. In beiden Ländern und in beiden Zeiten trafen griechische Philosophie und Kunst zusammen mit barbarischen Anschauungen, die sich, ungemildert durch den äusseren Firnis schöngeistiger Bildung, über die Rohheit des Fühlens und über die Verwilderung der Sitten nicht erheben konnten. Aber auch in der Epoche des Herodes gab es, von den zu Rom in Cäsaren- Wahnsinn befohlenen Morden wollen wir schweigen, Männer, die in ungestilltem Blutdurst dem Herodes nicht nachstehen, nur hat sie ein günstiges Geschick davor bewahrt, im Vordergrund des Interesses zu stehen und sind deshalb ihre Namen und Untaten nicht so häufig im Munde der Menschen. Nennen wir unter den gräzisierten Orientalen die im Range ungefähr dem Herodes gleichstehenden Fürsten, den Wüterich AttalusIII. von Pergamum und den blutigen Mithridates von Pontus. Mithridates’ Anfänge haben Aehnlichkeit mit denen des Herodes. Von den Römern als ihr

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