Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 260)
- Language
- German
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137 nicht wieder aufbauen zu lassen. Die ganze Vergangenheit des Herodes berechtigte zu dieser Befürchtung und, nehmen wir noch hinzu, dass von der Absicht des Herodes, Cäsarea so aufzubauen, dass es sich zur Eesidenz eignete, etwas ins Volk gedrungen war, so konnte es gar nicht anders kommen, als dass der unerwartet angekündigte Neubau des heiligen Tempels zu den bangsten Befürchtungen Anlass geben musste. Vielleicht darf zu dieser überzeugenden Erkläiung Halevys für die merkwürdige Erscheinung, dass ein Herodes den Plan fasst, den heiligen Tempel zu erneuern, noch eine weitere, ergänzende Deutung hinzugefügt werden, die ebenfalls auf der von Halevy gefundenen Tatsache der von den Römern scheel angesehenen Förderung des Griechentums durch Herodes fusst. Herodes wrar sich sicher des Gefahrvollen seines Unternehmens bewusst, mit dem prunkvollen Aufbau Cäsareas den Argwohn der Römer zu erwecken. Wir sehen, dass der gegen Herodes kühl gewordene Augustus auf die wenig begründete Anklage des Syllaeus hin schon drohte, seinen früheren Günstling fallen zu lassen. Musste Herodes nicht fürchten, dass die von ihm gemarterten und ausgeraubten Juden, die, wenn irgendwer, vollberechtigte Klagen nach Rom gelangen lassen konnten, den Unmut des Augustus benutzend, sich seiner Gewaltherrschaft entledigen würden. Möglieh, dass neben der Verschleierung der Gründung der neuen Residenz der Versuch beabsichtigt war, den Ingrimm der Juden in dieser gefährlichen Zeit zu versöhnen. Hier Hesse sich auch gut die Erzählung Baba Bathra 4a vom Kerkerbesuche des Herodes bei dem geblendeten Baba ben Buta einfügen, die im Munde des Herodes überraschende Frage, wie er seine Verbrechen der Ermordung der Thoragelehrten gut machen könne und der daraufhin erteilte Rat des Tempelbaues. Der Rückendeckung suchende Tyrann will von Baba ben Buta, den er ja gerade darum am Leben gelassen hatte, damit er ihm gelegentlich als Ratgeber diene, wissen, durch welche Grosstat er seine Verbrechen in Vergessenheit bringen könne. Der erteilte Rat war ihm doppelt willkommen, weil er hoffen konnte, dadurch nicht nur die Bedrohung durch die Juden, sondern auch den Argwohn der Römer bannen zu können. Ein urkundliches Zeugnis dafür, dass die auffällige Freigebigkeit fremden Städten gegenüber dem Herodes das Miss-