Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 256)
- Language
- German
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133 Landes bis ins Fabelhafte gewachsen war. Die Bürgerkriege und der wiederholte Einbruch feindlicher Heere unter Aristobu! und Hyrkan hatten diese Segensfülle nicht aufzehren können und Herodes übernahm das Volk (avv oh'yoig tvdaifiov) noch in einer seltenen Blüte. Von all den Schätzen, die er den Juden erpresste, liess er in ihr Land nichts zurückfliessen, er verschwendete sie an Fremde zur Erreichung des ehrgeizigen Planes, einst das gesamte Griechentum zu seinen Füssen Zusehen. Alles, was Josephus für seine jüdischen Arbeits- Sklaven tat, und das wagen seine Lobredner als Akt der Menschlichkeit überlaut zu preisen, beschränkt sich darauf, dass er zur Zeit grimmiger Hungersnot ihnen für Nahrung und Saatkorn sorgte, damit sie im nächsten Jahre weiter für ihn fronen könnten. Herodes wollte seine Prachtgründung Cäsarea zur Residenz erheben, denn solange er von Jerusalem aus regierte, musste ihm der Name eines Königs der Juden anhaften; auch war es undenkbar, das ein geeintes Griechenreich, wie es Herodes erstrebte, die weitbekannte Hauptstadt des jüdischen Volkes als ihren Mittelpunkt anerkennen mochte. Mit der Residenz Cäsarea wäre der Schwerpunkt seines Reiches nach der griechischen Seite hin verschoben woiden. Herodes wäre als König syrischer Griechen erschienen und ihm, der schon vorher sich als Schirmherr der Hellenen bewährt hatte, wäre keine Schranke übrig geblieben, die sich in den Augen der Griechen seinem Wunsche entgegengestellt hätte. Nach der Absetzung des Archelaus wählte sich der römische Landpfleger in der Tat das prächtige Cäsarea zur Residenz, wo sich dank der Fürsorge des Herodes, all die zahllosen Annehmlichkeiten boten, die den verwöhnten Kindern des damaligen Rom zum unbegrenzten Lebensgenuss unentbehrlich dünkten. Doch, wie Herodes vorausgesehen, verschob sich mit der Residenz Cäsarea der Schwerpunkt des Verwaltungsbezirks; der graecosyrische Teil trat in den Vordergrund, für ihn sorgte der römische Procurator in erster Linie, ihm musste daran liegen, das Wohlwollen der Griechen, deren Führer ja seine Gesellschaft bildeten, zu erwerben, dei jüdische Teil des Bezirks mit Jerusalem war in den Hintergrund gedrängt, die Wünsche seiner Bewohner