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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 255

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 255)
Language
German
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132 willt war, diese Stadt an Stelle Jerusalems zu seiner Residenz zu wählen. Der schrankenlose Ehrgeiz des Sohnes des stets von Ehrgeiz geleiteten Antipater war nicht zufrieden, das Reich der Makkabäer zu besitzen, auch befriedigte es ihn nicht, dass die Gnade zuerst des Antonius und dann des Augustus die Grenzen dieses Reiches weit hinausgeröckt hatte. Die Ländergier des Herodes setzte es sich zum Ziel, die hellenistischen Staaten des Orients und des Occidents unter seinem Szepter zu vereinigen und so der römischen Macht ein Paroli zu bieten. Nur so verstehen wir es, wie er nicht müde wurde, die Hauptpunkte der griechischen Welt durch glanzvolle Gebäude und Anlagen, durch wohltätige und genussbietende Einrichtungen zu verherrlichen. Rhodos bekam einen Tempel des Pythischen Apollo und eine Flotte, Nikopolis ihre öffentlichen Gebäude, Antiochia die prächtige, von Säulenhallen flankierte Allee, welche der Länge nach die ganze Stadt durchschnitt. Die olympischen Spiele, das Symbol des geeinten Griechentums, hatten aus Mangel an Mitteln ihren alten Ruf verloren, Herodes wies jährliche Einkünfte zu ihrer Feier an und verlieh ihnen neuen Glanz durch Opfer und sonstigen Aufwand. Die Würde eines olympischen Preisrichters, die ihn in die erste Reihe der Griechen stellte, war sein Lohn. ״Es würde übrigens zu weit führen, alle Wohltaten aufzuzählen, die er den Städten in Syrien, Griechenland und, wo er sich sonst aufhalten mochte, erwies. Es scheint, dass er für öffentliche Anlagen und Bauten, sowie namentlich für Unternehmungen, zu deren Vollendung die vorhandenen Mittel nicht reichten, wirklich ganz fabelhafte Geldsummen aufgewendet hat“, berichtet JosephusA. XVI, 5. Woher nahm nun Herodes alle diese Mittel? ״Das Volk, das bei seinem Regierungsantritt sich noch eines besondern Wohl- Stands erfreut hatte, habe er zur höchsten Dürftigkeit gebracht“, lautet die Klage der fünfzig Gesandten. Aber selbst, wenn wir uns das vollkommene und gewalttätige Aussaugen der jüdischen Bevölkerung seines Reiches vor Augen halten, würden wir nicht verstehen, woher Herodes die schier endlosen Mittel nahm, mit welchen er sich die griechische Gunst erkaufte, wenn wir uns nicht erinnerten, dass nach den Übereinstimmenten Berichten des Talmuds wie des Josephus unter der Regierung der edlen Königin Salome die Fruchtbarkeit und der Reichtum des

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