Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 253)
- Language
- German
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130 machen den Herodes zum Feinde der Juden, wie uns Josephus, der Genosse von Herodes’ Enkeln, glauben machen will. Nicht aus Zufälligkeiten während seiner Regierung schreibt sich des Herodes Hass gegen die Juden her, er ist kein Usurpator, der zufrieden gestellt werden kann, wenn man sich seiner harten Faust, wenn auch unwillig, doch in Ruhe fügt. Herodes fühlt sich als Eroberer eines fremden Landes, dessen Bewohner ihm zuwider sind, und dessen Besitz ihm in erster Linie dazu dient, möglichst viele Schätze zu erpressen, die in der ersten Zeit die erworbene Macht befestigen sollen, um später, mil freigebigen Händen in dem griechischen Teil seiner Länder und der ge» samten Griechenwelt ausgestreut, ihm zur Erreichung seiner ״höheren“ Zwecke zu verhelfen. In welchem Masse das Volk die Regierung des Herodes und seines Hauses als Fremdherrschaft empfand, zeigt nichts deutlicher als der Zweck der A. XVII, 11 verzeichneten. oben schon erwähnten Gesandtschaft der Fünfzig an Augustus, deren Gesuch die grosse jüdische Gemeinde Roms zu dem ihrigen macht, dass das Reich des Herodes aufgelöst und als Teil der römischen Provinz Syrien einem Landpfleger unterstellt werde. Von der Regierung des dem Herodes ebenbürtigen Archelaus loszukommen, ist ihr sehnsüchtiges Streben und, ohne jeden Rest politischer Selbstständigkeit im gewaltigen römischen Reich zu verschwinden, gilt ihnen als das Erringen der Freiheit dem furchtbaren Zustand gegenüber, da unversöhnliche Feinde ihres Volkes in ihrer Hauptstadt und mit dem Titel der Fürsten ihres Landes über sie, wie über ein Volk von Heloten, die Heissei der Sklavenhalter schwangen. II. Doch wie Herodes wollte, dass seine Mordtaten über sein Leben hinausreichen sollten, damit die Gepeinigten der Sprengung ihrer Fesseln durch seinen Tod nicht froh werden könnten, so hatte er auch vorgesorgt, dass mit dem Schwinden der Regierung seines Hauses doch der Fluch nicht aufhören sollte, den er, wie sein Vater und sein Sohn, über das unglückliche Land gebracht haben. Die Gesandtschaft der Fünfzig erreichte ihr Ziel nicht. Der glattzüngige Nikolaus von Damaskus rettete, wie einst den