Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 252)
- Language
- German
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129 Steuern zu erschöpfen und zu Grunde zu richten. Das Volk, das bei seinem Regierungsantritt sich noch eines blühenden Wohlstands erfreut habe, habe er zur höchsten Dürftigkeit gebracht, die Vornehmen um der geringfügigsten Ursache willen töten und ihr Vermögen einziehen lassen und diejenigen, denen er wenigstens das Leben geschenkt habe, seien von ihm um Hab und Gut gebracht worden..Kurz sie seien yoii Herodes so misshandelt worden, dass ein wildes Tier ihnen wohl keine schlimmeren Unbilden hätte tun können, wenn es zur Herrschaft über sie gelangt wäre. Zwar sei das Volk auch schon früher von schweren Unglücksfällen heimgesucht und zu Auswanderungen gezwungen worden; aber es komme doch in in der Geschichte kein Beispiel einer Drangsal vor, die mit dem gegenwärtigen Elend, welches Herodes heraufbeschworen, verglichen werden könne.a Zu diesen Urkunden über die Feindseligkeit des Herodes gegen die Juden kommt noch die Aufzählung der Festungswerke in Jerusalem und der Festungen, die Herodes errichtete, um das Volk im Zaum zu halten, deren Anlage lebhaft an die Bollwerke erinnert, die der äussere Feind Bakchides, der Feldherr des Demetrius, gegen das Heer der Hasmonäer Jonathan und Simon errichtet. Ein Vergleich von A. XV, 8, 5, wo Josephus von Herodes1 Festungsanlagen berichtet, mit I. Makk. 9, 50—52 lässt keinen Zweifel übrig, dass Herodes im Gebiet der Juden wie ein fremder Eroberer hauste. Eine übergrosse Schuld, für die es zahlreiche Zeugen gibt, vermag auch der wohlwollendste Historiker nicht zu verbergen und zwischen den Zeilen, die er dem Lobe und der Verteidigung seines Helden widmet, lauert die Anklage, um an passender Stelle hervorzutreten und die Schleier der Täuschung zu zerreissen. So ergeht es dem Josephus da, wo er im ״Jüdischen Krieg“ und in der ״Lebensbeschreibung“ die eigenen Fehler vergessen machen will; und dasselbe Missgeschick widerfährt ihm in den ״jüdischen Altertümern“, wenn er den Verrat des Herodes an dem Volke, dessen Königkrone er trug, zu leugnen versucht. Nicht Ehrgeiz und Prunksucht führen Herodes zu den Griechen hin, und nicht der Zorn über verweigerte Ehrenbezeugungen 9