Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 251)
- Language
- German
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Seinen Ruhm fand er in grossen Aufwendungen und, indem er im Geben glücklich war, stach er von seinem Vorgänger Herodes sehr ab. Denn dieser war grausam, unversöhnlich, kannte in seinem Hasse kein Mass und gestand offen, dass er grössere Vorliebe für die Griechen wie für die Juden hege. Und während er fremde Städte mit verschwenderischer Pracht ausstattete, in der einen Bäder und Theater, in der andern Tempel und Säulenhallen einrichtctc, bedachte er keine einzige jüdische Stadt auch nur mit dem geringsten Schmuck oder einem nennenswerten Geschenk.“ An dieser Stelle finden auch alle modernen Historiker, die in Herodes den Wohltäter und Verschönerer jüdischer Städte sehen, ihre Antwort. Die Städte Palästinas, die sich der besonderen Fürsorge des Herodes erfreuen durften, waren nur solche, die dafür bekannt sind, dass sie von einer ausschliesslich oder hauptsächlich heidnischen Bevölkerung bewohnt waren. Die lehrreichste Schilderung der Behandlung der Juden seitens Herodes findet sich XVII, 11,2. Hier bringt esJosephus über sich, wenigstens einen Auszug der Anklage der jüdischen Gesandtschaft gegen Archelaus, den Nachfolger des Herodes, zu übermitteln. Diese aus fünfzig Männern bestehende Gesandtschaft war mit Erlaubnis des römischen Statthalters Varus nach Rom gereist und war, begleitet von 8000 römischen Juden, zurRatsver- Sammlung gekommen, die Augustus im neu erbauten Tempel des Apollo abhielt. ״Als nun die Gesandten der Juden das Wort erhielten, welche von der Auflösung des Reiches sprechen wollten, wandten sie sich zur Klage über die Ungesetzlichkeiten des Herodes. Dem Namen nach, sagten sie, sei derselbe wohl König gewesen, in der Tat aber habe er die ärgste Tyrannei ausgeübt, vieles zum Verderben der Juden ersonnen und sich nicht gescheut, eine Menge willkürlich erdachter Neuerungen einzuführen. Eine grosse Anzahl Menschen habe er, was in früheren Zeiten niemals geschehen sei, auf verschiedene Art aus dem Wege geräumt. Diejenigen aber, welche er am Leben gelassen, seien noch viel unglücklicher, einmal wegen der Angst> die sein blutdürstiges Wesen ihnen eingeflösst habe, dann aber auch wegen der beständigen Besorgnis, ihr Vermögen zu verlieren. Die benachbarten, von Ausländern bewohnten Städte habe er verschönert, um die in seinem eigenen Reiche gelegenen durch