Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 242)
- Language
- German
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119 einzelnen Traktate der Nesikin-Ordnung hinweist, löst diese offene Frage. Das Werk OS ist nach einem Entwürfe bearbeitet, hat eine Vorrede, nimmt im grossen und ganzen Rücksicht auf die talmudische Reihenfolge, es ist daher jeder Grund vorhanden, anzunehmen, dass der Verfasser vorher den religionsgesetzlichen, nachher den civilrechtlichen Stoff der Halacha bearbeitet habe. Wenn der lose gefügte erste Teil Hinweise auf Teil III. und IV. enthält, so beweist dies noch immer nicht die Anciennität der Ordnung Nesikin. Diese redaktionellen Bernerkungen bezeugen eher, dass Teil I. einer zweiten Bearbeitung unterzogen wurde und die verschiedenen Eulogien sprechen von einer neuen Schichte, die in das Werk eingeschoben wurde. Wahrscheinlich ist Teil I. in der früheren Abfassung zu dürftig ausgefallen, das zeigt auch der Umstand, dass die Responsen des Verfassers nur in diesem Teile zu finden sind, vermutlich deshalb, weil Teil I. in der ersten Bearbeitung kleineren Umfangs war und die Symmetrie des Werkes die Aufnahme der Responsen hier forderte. Jedenfalls ist aber Vogelsteins Bernerkung, dass die frühesten Teile erst gegen 1250 fertiggestellt wurden, unrichtig. Im Jahre 1246, als RIOS den I. Abschnitt von Aboda Sara bearbeitete, war das OS schon fertig, die früheren Teile beendet. RIOS bemerkt selbst I. 218a 747: חליתי פניהם להראות לי שרציתי להתבונן בהם ולחברם בחבורי, woraus folgt, dass er seinem Werke Responsen beifügen will. Die citierte Stelle bezieht sich auf die Angelegenheit der anlässlich der Frankfurter Metzelei im Jahre 1241 gewaltsam Getauften. Das חיבור mag um diese Zeit in der Anlage schon fertig gewesen sein. Auch im zweiten Teile finden sich Spuren von neu hinzugekommenen Bemerkungen. II. 31a 67: אחר שכתבתי זה בפנים מצאתי בירושלמי; II. 17a, 38: אחר שכתבתי זה מצאתי בליקוטיי. Redaktionelle Bemerkungen finden sich im Register zu ברכות I. 19a No. 118: ומה שהחזן מברך את הקורא פירשתי בהלכות שבת Gleichzeitig wollen wir bemerken, dass die 211 סימנים Nummern angeben, während die Halacbot zu Berachot 212 שערים haben. Es muss also ein שער eingeschoben worden sein. I 14a § 6: ולקמן בסי׳ ל״ב הארכתי בו ופירשתי היטב. Die Hilch. Zedaka haben nur 3 0 Nummern. I. 25b 28: ולקמן שער וא״ו פירשתי יותר. RIOS verweist auf später,