Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 202)
- Language
- German
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79 I. R. Isaak b. Mose als Decisor. Eine peinliche Gewissenhaftigkeit, religiöse Akribie kennzeichnen R. Isaak b. Mose in seinen Entscheidungen. Er beruft sich immer auf seine Quellen, lässt diese für sich sprechen und begnügt sich oft mit einer kurz gefassten Angabe der eigenen Meinung. Andererseits ist er weitläufig in der Begründung und Widerlegung der angeführten Ansichten Diese Zaghaftigkeit hat die gute Seite, dass er wörtlich citiert und auf diese Weise viele Stellen aus der zeitgenössischen, halachischen Literatur erhält. Sein Werk ist eine Fundgrube der Lesearten aus dem talmudischen und rabbinischen Schrifttum1). Wie wir wissen führte RTOS ein Wanderleben, musste sich Aufzeichnungen (Likkutim) machen, aus deren Sammlung und Ausarbeitung (!4קוב) sein Codex (הבור) entstand2). Zur Zeit der Abfassung desselben stützte er sich auf jene Notizen, die den Texten nicht immer entsprachen. Darum findet er die angeführten Stellen in seinem Exemplare nicht3). RTOS erwähnt einen alten jerusalemischen Talmud, in welchem eine zweifelhafte Leseart auspunktiert war4). Mit Vorliebe hebt er an vielen Stellen die von denen des babylonischen Talmuds abweichenden Entscheidungen des jerusalemischen hervor5). J) OS. I. 57b 180 ספרים שלנו; II. 165b 411 בספר שלפני; BB. § 175 ובספרים שלפני; I. 138b 475 בספר שלפני ובספרו של ר' גרשם; I. 114a, 120b, BK. § 436 יבספר זקן, vgl. Zunz, Zur Geschichte, 203. Note 1.; 191b 670. אבל בספריגו בחב. Von unserer Ausgabe abweichende Lesearten: I. lila 406, 116a 411, 119b 417. 2) I. 5a, 213a. 3) I. 58b, 190, ובירושלמי לפני לא מצאתי; I. 73b, 254, II. 166b 413. BM. § 326 ועייני (ועיינתי) בירושלמי שלפני ולא מצאת oder I. 59b :ולא.ומיהו בירושלמי לפגי כתב איתבריר לי ונראה בעיני שבך היא גירסת אמת; II. 128b 281. עכ״ל הירושלמי שלפני; II, 146a 347; כמדומה אני דשיב־ש הוא וט״ם היא; BM. § 339: בירושלמי שלפני אינו מסיים. Varianten des Jerus.: I. 83a 330, 95a 356, 204a 725. 4) I. 233b 490: ובן דאיתי בירושלמי זקן שהיה בולו מנוקד למעברא לפיסהא. Punkte werden als textkritisches Hilfsmittel im Altertum gebraucht, um ein Wort oder einen Buchstaben als verdächtig oder unrichtig zu bezeichnen. Eine derartige Verwendung der Punkte findet sich bei den Römern, auch in anderen orientalischen Handschriften. Vgl. Blau, Masoretische Untersuchungen S. 8. Note, wo auf das Buch der Hermannus Hugo: De prima scribendi origine etc., Utrecht 1738, verwiesen wird. Göttinger Gel. Anzeigen 1854, S. 1002. 5) פליג ,חולק על תלמוד דידן I. 48b, II. 13b, 28b, 33b, 108b, 146b, 149a, 158a, 168a, Sanh. § 89. Von seinem Lehrer Juda Sir Leon hat RIOS die Mitteilung, dass der jer. Talmud die Tradenten, Tannaiten undAmoräer, zu verwechseln