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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 201

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 201)
Language
German
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18 Bestandteil des Or Sarua und, da der Verfasser namentlich anführt und seine Quellen überall angibt, gewährt er uns Einblick in seine Gei st es werkstätte und erhält uns gar manche sonst unbekannte Notiz. Andererseits sind die Rechtsgutachten, die RIOS mit seinen Zeitgenossen wechselt, für das Gemeindeleben, für die Rechtsverhältnisse, für den religiösen und sittlichen Zustand der Juden im XIIF. Jahrhundert bezeichnend. Beispielsweise seien die Resp. I. 40a, 226a, 223 a, b genannt, die über ungarische Verhältnisse Aufschluss geben. Das literarhistorische Material über diese interessante Persönlichkeit ist noch immer nicht ganz gesammelt. Erschöpfend könnte aber auch dann, wenn alle Belege schon zusammengetragen wären, nicht eher über RIOS geschrieben werden, bis uns das kleine Or Sarua nicht vorliegt. Wenn die Hagahot Ascheri, welche unserer Ansicht nach der kürzeren Fassung Chajjims entnommen sind, manch dunkle Stelle des grossen Werkes erhellen und zur Textrevision von Nutzen sind, um wie viel mehr müsste dies eine Herausgabe des kleinen Or Sarua bewirken. Über manche Frage könnten wir dann vielleicht exacte Gewissheit erlangen, unter anderem über die Redaction des Werkes, über den Kobez und die Likkutim RTOS’s, über manchen markanten Satz des Werkes, der in den Hagahot Ascheri eine andere Fassung erhielt. Die Sitomirer Ausgabe des Or Sarua erfolgte auf Grund einer Handschrift, ebenso auch der Druck der in Jerusalem erschienenen Teile zur Nesikin-Ordnung. Chajjim Or Sarua wäre daher der Erklärer seines Vaters, wie er auch im Besitze von dessen literarischem Nachlasse und in seinen edierten Rechtsgutachten ein verlässlicher Gewährsmann, ein Depositar der Ansichten RIOS's ist. Überhaupt ist für Chajjim ausser der Herausgabe seiner Responsen, die auf Schritt und Tritt der Emendation der zahlreichen Schreib- und Druckfehler bedürfen, bisher wenig getan worden. Er harrt noch immer einer eingehenden Behandlung. R. Isaak Or Sarua schilderte zuerst H. Gross in der Monatschrift 1871, Seite 248 ff.

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